Peter Manseau

Bibliothek der unerfüllten Träume

Roman
Cover: Bibliothek der unerfüllten Träume
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2009
ISBN 9783455402001
Gebunden, 446 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Kathrin Razum. Dieser Roman erzählt die Geschichte von Itsik Malpesch: von seiner Kindheit als Sohn eines jüdischen Gänsedaunenfabrikverwalters im russischen Kischinjow, von seiner Liebe zur Metzgerstochter Sascha Bimko und von seiner Odyssee, die ihn nach Amerika bringt, wo er sich zum letzten Dichter jiddischer Sprache ernennt. Itsik Malpesch liebt schon als Junge Geschichten mehr als Talmudstudien. Statt Süßigkeiten kauft er einem Kameraden "Schuld und Sühne" für eine Kopeke pro Seite ab. Seine zweite Leidenschaft gilt Sascha, der jüdischen Metzgerstochter, die einst das Leben der Familie Malpesch während eines Pogroms rettete. Die Verschollene ist die Muse, der Itsik seine Gedichte widmet. Am Ende seiner Odyssee, die ihn über Odessa nach Amerika führt, beschert ihm das Schicksal nicht nur den wichtigen Kontakt zu Zeitungsverleger Knobloch, der in seiner Bibliothek der unerfüllten Träume jiddische Literatur sammelt. Er trifft auch Sascha Bimko wieder. Doch wie so oft im Leben des Itsik Malpesch ist sein Glück nur von kurzer Dauer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2010

Fast ehrfürchtig wirkt Anja Hirschs Kritik des Romandebüts von Peter Manseau, und sie bewundert nicht nur den Protagonisten der "Bibliothek der unerfüllten Träume" als erstaunlich authentisch, sondern preist auch die "kühne Konstruktion" des Romans. Der amerikanische Autor, der bislang mit Sachbüchern zum Thema Religion und einem autobiografischen Buch hervorgetreten ist, präsentiert die Erinnerungen des Itsik Malpesch, der aus dem russischen Kischinjow über Odessa nach Baltimore flieht und im New York der 1920er Jahre zum Dichter wird, derartig überzeugend, dass man glauben könnte, es gebe ihn wirklich, so die Rezensentin beeindruckt. Immer wieder unterbrochen werden diese Memoiren von einem Archivar, der sie übersetzt hat und mit Reflexionen über Religion, Sprache und Literatur erweitert, erklärt sie. So entfaltet dieses vielschichtige Buch nicht nur die beeindruckende Biografie eines jüdischen Auswanderers und mit ihr Fragen nach "Schuld, Scham, Schicksal", lobt die Rezensentin. Auch faszinierende Gedanken zu "religiöser Identität" und der Angst vor dem Verlust der eigenen Sprache hat Hirsch in diesem Roman gefunden, der nicht nur überzeugend übersetzt sei, sondern dessen Original auch mit Preisen ausgezeichnet wurde, wie sie wissen lässt.