Aus dem Spanischen von Sabine Giersberg. Die kleine Adriana ist eine Außenseiterin. Sie spricht kaum und sitzt am liebsten unterm Sofa, um von dort die Welt zu erkunden - eine Phantasiewelt, in der das Einhorn auf dem Gemälde aus dem Bild hüpft, der lange Flur zum unüberwindbaren Fluss wird und die Erwachsenen zu bedrohlichen Riesen mutieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2011
Lena Geier hat sich berühren lassen von Ana Maria Matutes Roman um ein ungeliebtes Kind, das im Schatten des Spanischen Bürgerkriegs aufwächst. Die Rezensentin hat es beeindruckt, wie großartig es der großen Autorin gelingt, das Erleben dieses traurigen, einsamen Kindes zu vermitteln, und sie meint, eine autobiografische Note in diesem Roman zu spüren. Sie preist das Buch für seine Feinfühligkeit und sieht darin eindrucksvoll belegt, wie stark die Macht der Geschichte auf das individuelle Leben einwirkt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.02.2011
Hingerissen ist Rezensent Kersten Knipp von diesem Roman der Spanierin Ana Maria Matute, die darin "mit allergrößter Kunst" die Melancholie inszeniere. Viel passiert nicht im "Unbewohnten Paradies", verrät Knipp, es geht darin um das Mädchen Adriana, die im Spanien der 20er Jahre in eine Welt hineingeboren wird, die sich mal abweisend, mal zauberhaft zeigt. Dank der Ereignislosigkeit der Geschichte, meint der Rezensent, kann sich die Autorin ganz auf die seelischen Erfahrungen der Heldin konzentrieren und ihre "Erziehung des Herzens". Sehr bürgerlich findet Knipp Matutes Tugend, aus scheinbar wenigem viel zu machen.
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