Peter Longerich

Abrechnung

Hitler, Röhm und die Morde vom 30. Juni 1934
Cover: Abrechnung
Molden Verlag, Wien 2024
ISBN 9783222151033
Gebunden, 208 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

1934, ein Jahr nach der "Machtergreifung", gerät das NS-Regime in eine schwere Krise. Die politischen Erfolge bleiben aus, die erste Euphorie unter den Anhänger:innen ist verflogen. Ernst Röhm baut seine "Sturmabteilung" weiter aus und fordert eine Fortsetzung der "nationalsozialistischen Revolution", gleichzeitig formieren sich ultrakonservative Kräfte. Im Juni 1934 hält Hitler blutige Abrechnung: Er lässt Röhm und die SA-Spitze kaltblütig liquidieren. Doch die Morde eskalieren.Peter Longerich rekonstruiert die komplexen Hintergründe des sogenannten "Röhm- Putschs" und zeigt zum ersten Mal anhand der umfassenden Auswertung zeitgenössischer "Stimmungsberichte", wie die Bevölkerung auf das Morden reagierte. Sein Fazit: Die "Nacht der langen Messer" war ein Zentralereignis in der Geschichte des Dritten Reiches, das Hitlers Durchbruch zur Alleinherrschaft ebnete.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 25.06.2024

Rezensent Otto Langels gibt zu, dass der Historiker Peter Longerich nichts bahnbrechend Neues zum sogenannten "Röhm-Putsch" liefert. Allerdings schildert der Autor detailliert, plastisch und unter Auswertung vieler Quellen die Ereignisse vom 30. Juni 1934 und die Hintergründe - die Konflikte in und um die SA und Hitlers Interessen, erklärt Langels. Dass Longerich zudem von einem "terroristischen Massenmord" (nicht von einem Putsch) schreibt, entspricht den heutigen Erkenntnissen, meint der Rezensent. Eine komprimierte Darstellung der Ereignisse, die auch die Vorgeschichte berücksichtigt, so Langels.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2024

Mit "Abrechnung" ist Peter Longerich eine "aktuelle und höchst lesenswerte Darstellung" der Ereignisse des Juni 1934 gelungen, befindet Rezensent René Schlott. Darin setzt sich der profilierte Historiker mit der "zweiten Machtergreifung" Hitlers, zitiert Longerich, nämlich der auf den vermeintlichen "Röhm-Putsch" folgenden Ermordung zahlreicher führender Angehöriger des NS-Regimes, auseinander. In drei chronologisch geordneten Kapiteln kann Longerich, so Schlott, zeigen, dass diese Aktion, die Hitlers Ausbau des Regimes zum "Führerstaat" diente, auf dessen erste große Krise in Form von Machtkämpfen zwischen NSDAP und SA und einem wirtschaftlichen Abstieg zurückzuführen ist. Neu ist laut dem Rezensenten Longerichs Einbeziehung zeitgenössischer "Stimmungsberichte" der Bevölkerung, die deren wachsende Unzufriedenheit mit dem Regime belegen. Eine wichtige Studie zur ersten großen Aktion gegen politische Feinde durch die Hitler-Regierung, deren Erscheinen Schlott sehr begrüßt.