Peter Graf Kielmansegg

Nach der Katastrophe

Die Deutschen und ihre Nation. Eine Geschichte des geteilten Deutschland
Cover: Nach der Katastrophe
Siedler Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783886803293
Gebunden, 736 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Mit 152 Abbildungen. Dieser abschließende Band der großen historischen Reihe beschreibt die Geschichte des geteilten Deutschland. Peter Graf Kielmansegg analysiert die entscheidenden Ereignisse, Bedingungen, Veränderungen, die Kontinuitäten und Brüche.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2001

Eckhard Jesse ist sehr angetan von dieser Studie über das geteilte Deutschland von 1945 bis 1990. Er findet das Buch "ungemein anschaulich geschrieben" und würdigt es als die "erste umfassende Studie" die zu diesem Thema verfasst worden ist. Dass die Entwicklung der westdeutschen Demokratie maßgeblich von der Geschichte Nazideutschlands bestimmt wurde, sieht der Rezensent "überzeugend" an vielen Beispielen nachgewiesen. Er preist die Untersuchung als "ungemein gelehrtes Buch", dass sich auf dem neusten Forschungsstand befindet und lobt die Subtilität der Argumente, die der Autor entfaltet. Und wenn seiner Ansicht nach Kielmansegg mitunter "des Guten vielleicht zuviel tut", indem er an so manches Kapitel "Reflexionen" anschließen lässt und "(zu) viele Fragen" stellt, kann das der Begeisterung des Rezensenten doch keinen wirklichen Abbruch tun.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2001

"Der Autor pflegt einen nüchternen sachlichen Stil ohne rhetorische Glanzpunkte", schreibt Christian Kind über den Mannheimer Historiker Peter Graf Kielmannsegg und ebensolches lässt sich auch von Kinds ausführlicher, über weite Strecken referierender Rezension behaupten. Nach Kind wird die Geschichte des geteilten Deutschlands zwischen 1945 und 1990 aus der bundesrepublikanischen Perspektive berichtet. Als eine der Leitfragen ziehe sich die Frage von Westintegration und Wiedervereinigung durch die Kapitel des Buches - von Adenauers Absage an ein neutralisiertes aber vereintes Deutschland bis hin zu Schmidts Scheitern am Nato-Nachrüstungsbeschluss. Aber nur ein Drittel des Buches ist der "Ereignisgeschichte" gewidmet, informiert uns Kind nach zwei Dritteln seiner Rezension, im übrigen Teil widme sich der Autor den gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der BRD und komme zu dem Schluss, dass sich die BRD demokratisch gefestigt habe, auch wenn immer noch Nachwirkungen einer etatistischen Tradition zu verspüren seien.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.11.2000

Ach ja, was soll man sagen: Das dicke Buch eines verdienten konservativen Politologen wird in einer dicken Kritik auf sehr konventionelle Weise besprochen. Peter Bender konzidiert jovial, dass "fast alles stimmt, was er (über die DDR) schreibt, es ist eben nur nicht alles." Außerdem fehlen Bender "kurze Biografien" und "Szenen, die mehr besagen als Analysen". Dazu rechnet er die ganzen ollen Kamellen: Adenauer auf dem Teppich, Ulbricht in Ägypten. Folgt zwingend der bräsige Vorwurf: Mangelnde Anschaulichkeit. Aber ansonsten, ja ansonsten ein wirklich gutes Buch. Denn der Politologe Kielmansegg fragt ständig: Hätte es auch anders kommen können? und beschreibt nicht, sondern analysiert und wo Lücken sind, lässt er sie bestehen. Das "vermutlich" kommt Bender gar zu oft vor. Der Rezensent ist sich seiner Geschichte nämlich sicher: Die Wiedervereinigung kam zwangsläufig und die eigentlichen Initiatoren waren die demonstrierenden Ostdeutschen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000

In einer umfangreichen Rezension zeigt sich Klaus Hildebrand ausgesprochen angetan von diesem Band, der seiner Ansicht nach alle Voraussetzungen erfüllt, zu einem Standardwerk zu avancieren. Besonders hebt er Kielmannsegg als "Meister der ebenso scharfsinnigen wie gebildeten Reflexion" hervor sowie seine Gerechtigkeit und Ausgewogenheit bei seiner Darstellung, insbesondere was die Bevölkerung der DDR betrifft. "Intellektuelle Maßstäbe" habe der Autor in diesem Band besetzt, findet Hildebrand. Zwar vermisst der Rezensent auch den ein oder anderen Aspekt, etwa "sprechende Zitate", die die Lektüre bisweilen etwas anschaulicher gemacht hätten, oder aber Prägungen, die den Alltag und die Gewohnheiten der Bevölkerung in beiden deutschen Staaten bestimmt haben. Dies tut jedoch Hildebrands insgesamt sehr positivem Eindruck von diesem Band keinen Abbruch, zumal der Autor ansonsten ausgesprochen viele Facetten der Thematik ausführlich beleuchtet habe.