Lee Hochol

Heimatlos

Erzählungen
Cover: Heimatlos
Ostasien Verlag, Großheirath 2013
ISBN 9783940527714
Broschiert, 289 Seiten, 21,80 EUR

Klappentext

Der vorliegende Band bietet eine repräsentative Auswahl des erzählerischen Gesamtwerks Lee Hochols, eines der bekanntesten koreanischen Gegenwartsautoren. Geboren in Wonsan, einer Hafenstadt im heutigen Nordkorea, geriet Lee während der Wirren des Koreakrieges (1950-53) in den Süden des Landes und entschied sich, dort zu bleiben. So befasst er sich in den ersten vier Erzählungen dieses Bandes, die in den 1950er Jahren entstanden, mit der Thematik dieses Krieges. Im Zentrum der in diesem Band vorgestellten Prosa steht jedoch Lees Werk der 1960er und 1970er Jahre, jener Zeit, in der Park Chung Hee als Präsident der 3. und 4. Republik Südkorea in eine Entwicklungsdiktatur führte. Drei Erzählungen aus den 1990er Jahren runden diese Auswahl ab, in ihnen thematisiert Lee noch einmal eines der wichtigsten Anliegen seines gesamten literarischen Schaffens - die Verarbeitung der nationalen Teilung, des Traumas seiner Generation.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2014

Die in diesem Band für deutsche LeserInnen zusammengefassten Texte des Koreaners Lee Hochol aus den Jahren 1955 bis 2000 bieten für Steffen Gnam nicht nur einen Querschnitt durch das Schaffen des Autors, sondern zugleich exemplarische Teilungsliteratur. Es geht um Brüche, Rätsel und Zerrbilder in der koreanischen Geschichte in diesen Erzählungen, die Lee im Privaten wiedererkennt, wie Gnam erläutert. Besonders der Blick aufs Individuelle, Unideologische scheint Gnam von Bedeutung zu sein. Ob der Autor nun vom Soldatendasein oder von Exil und Entfremdung berichtet, stets findet der Rezensent sich mit seinen eigenen Erwartungen als Leser konfrontiert. Indem der Autor die Groteske oder das Surreale streift, entwickelt er laut Gnam eine eigene Geschichtsphilosophie, die Ideologien als Illusionen entlarvt.
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