Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz. Peter Frankopan betrachtet eine der folgenreichsten kriegerischen Expeditionen der Weltgeschichte in völlig neuem Licht. Im Jahr 1096 zogen rund achtzigtausend Kreuzfahrer los, um Jerusalem und die Grabstelle Jesu nach über vierhundert Jahren wieder unter christliche Herrschaft zu bringen. Was sie in Angriff nahmen, war ein mehrjähriges, von Grausamkeit, Krankheit und Tod gezeichnetes Unterfangen, das die Welt für lange Zeit prägen sollte: Europa profitierte von der kulturellen Blüte des Morgenlandes, der Orienthandel und mit ihm die italienischen Hafenstädte florierten, vier Kreuzfahrerstaaten wurden errichtet.
Auf der Grundlage von bislang kaum beachteten Quellen erzählt Peter Frankopan die Geschichte dieses 'Heiligen Krieges' - und rückt erstmals Alexios, den Kaiser des Byzantinischen Reiches, ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Denn ebenjener Herrscher aus dem Osten war der eigentliche Initiator des Kreuzzuges, und nicht, wie gemeinhin angenommen, der römische Papst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2017
Als "brutalst" bezeichnet Rudolf Neumaier das Buch des britischen Historikers und Byzantinisten Peter Frankopan. Wie der Autor die Geschichte der Kreuzzüge neu aufrollt, von Byzanz her nämlich, nicht von Rom, scheint ihm eine Altersfreigabe nötig zu haben. Derart schwelgt der Autor im Gemetzel, lässt Superlative hageln und Zuspitzungen und suhlt sich förmlich im Blut, meint Neumaier. Wie eine Kriegsreportage, erklärt er, liest sich das von Frankopan aus seiner Leitquelle der "Alexias" gewonnene historische Geschehen.
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