Peter Atteslander

Anatomie der Ratlosigkeit

Kulturkonflikte im Schatten der Globalisierung
Cover: Anatomie der Ratlosigkeit
NZZ libro, Zürich 2007
ISBN 9783038233169
Kartoniert, 176 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Ratlosigkeit entsteht aus Mangel an Orientierung. Für immer mehr Menschen versagen bisherige Erfahrungen und alltägliche Verhaltensweisen gegenüber den neuen Herausforderungen der Globalisierung. Für Regierungen bedeutet dies, sozialen Wandel nicht steuern und soziales Kapital nicht aktivieren zu können. Folge davon ist für viele Menschen eine existenzbedrohende Ratlosigkeit angesichts sich mehrender Kulturkonflikte. Immer schneller ändert sich das Verhältnis von Wissen zu Nichtwissen. Wir sind gleichzeitig überinformiert und unterorientiert. Peter Atteslander schildert zahlreiche wissenschaftliche Befunde, die geeignet sind, wachsende soziale Konflikte nicht nur zu erklären, sondern deren praktische Regelung zu erleichtern. Er warnt vor einer "schrecklichen Toleranz" gegenüber menschenverachtenden Ideologien, mahnt, brachliegendes soziales Kapital zu aktivieren und lokale Kulturen an den Wohltaten der Globalisierung teilhaben zu lassen. Dazu macht er zwölf konkrete Vorschläge, um der zunehmenden Ratlosigkeit zu entgegnen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2007

Nicht ganz zufrieden ist Rezensent C.W. mit Peter Atteslanders "Anatomie der Ratlosigkeit". Der Soziologe wendet hier den Durkheim'schen Begriff der "Anomie" auf verschiedenste Aspekte der Globalisierung an, indem er den Zustand der Ratlosigkeit angesichts verschiedenster Phänomene wie der "Multioptionsgesellschaft" oder des Nord-Süd-Konfliktes veranschaulicht. Darüberhinaus möchte der Autor aufzeigen, wie neue Ordnungen entstehen und gefördert werden können, wie in lokalen Kulturen und Netzwerken. Manches wird dabei wiederholt, etwas zu kulturpessimistisch betrachtet oder "locker assoziiert", wie der Rezensent leise mokiert. C.W. fehlt außerdem die Diskussion wichtiger Aspekte wie der rechtlichen Internationalisierung oder Bürgergesellschaft und die Einbeziehung der religiösen Ebene. Doch zum Ende zeigt er sich versöhnlich, weil der Autor die menschliche Unfähigkeit, sozialen Wandel zu beeinflussen, recht hübsch in die Reihe "Kränkungen des Menschen" einpasst.
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