Wir sind täglich mit zahllosen Wahrnehmungsangeboten konfrontiert: Nachrichten, Unterhaltung, Kaufaufforderungen. Doch das Wenigste davon dringt ins Bewusstsein vor. Denn der "Informationsflut" steht eine knappe Ressource gegenüber: Aufmerksamkeit. Egal ob Marke, Politiker oder Medieninhalt: Wer oder was öffentlich beachtet wird, erfährt eine Aufwertung und damit einen Zuwachs an Macht. Der Kampf um Aufmerksamkeit, so Kristina Noltes These, ist nicht nur in den Massenmedien, sondern auch in Wirtschaft und Politik zu einem zentralen Steuerungsmechanismus geworden. Sie zeigt, wie Aufmerksamkeitsmanagement in diesen Bereichen funktioniert, unter anderem anhand einer Fallanalyse zu Jürgen W. Möllemann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.01.2006
"Spannend, gehaltvoll und erkenntnisreich" sei Kristina Noltes Buch zum Kampf um die Aufmerksamkeit, den sich Medien, Wirtschaft und Politik täglich liefern, lobt Alexander Kluy in seiner knappen Rezension. Allerdings rät der Rezenesent, das erste Kapitel des Buches mit Begriffsbestimmungen und - definitionen "zügig zu überblättern", um erst auf Seite 47 einzusteigen. Denn dann stellt Nolte diverse Theorien der Aufmerksamkeit vor, darunter frühe Überlegungen wie diejenige von George Berkeley, der 1709 feststellte: "Sein ist Wahrgenommenwerden". Die Überlegungen zur Bedeutung der Aufmerksamkeit in der modernen Gesellschaft werden am Beispiel des "Aufmerksamkeitsjunkies" Jürgen W. Möllemann illustriert. Der hat sein öffentliches Image vor drohender Beschädigung gerettet, in dem er sein Leben beendet hat, behaupte Nolte. Kluy kann sich diesen und allen anderen Ausführungen der Autorin offensichtlich voll und ganz anschließen.
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