Percy B. Shelley, Mary Wollstonecraft Shelley

Flucht aus England

Reiseerinnerungen und Briefe 1814-1816
Cover: Flucht aus England
Achilla Presse, Hamburg 2002
ISBN 9783928398817
Gebunden, 140 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen und herausgegeben von Alexander Pechmann. In den Erinnerungen der Autorin des "Frankenstein" an ihre Reisen durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz mischen sich tragische und komische Ereignisse zu einer Collage, die in ihrer Authentizität oft verblüffender ist als jede erfundene Schauergeschichte. Im Sommer des Jahres 1814 flieht die gerade 17 Jahre alte Mary mit ihrer Schwester Claire aus dem Haus ihrer Eltern, um gemeinsam mit dem exzentrischen Dichter Percy B. Shelley auf dem Festland ein Leben jenseits aller Konventionen zu wagen. Ihre Wanderung von der französischen Küste in die Schweiz führt durch ein von den napoleonischen Kriegen verwüstetes Land...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2003

Im Jahr 1817 veröffentlichten Mary und Percy Shelley anonym den Bericht über ihre Reise durch Europa auf der Flucht vor Englands familiärer und politischer Enge. Herausgeber Alexander Pechmann hat ihn nun kommentiert und durch Briefe und Tagebuchaussagen erweitert, informiert Rezensent Hansjörg Graf und er bewertet die literarische Qualität des Reiseberichtes weitaus höher, als die Autoren dies selbst getan haben. Er weist auf die sozialkritischen Beobachtungen und lyrischen Naturschilderungen hin. Pechmanns Band ist für den Rezensenten viel mehr als die gelungene Sammlung von Reisenotizen. Für ihn entpuppt er sich als "Logbuch der revolutionären Romantik".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2002

Ein interessantes Dokument sind diese Briefe des englischen Paares Mary W. und Percy B. Shelley auf jeden Fall, findet Henning Ahrens, gerade auch weil er einen authentischen Eindruck von der Widersprüchlichkeit der Weltsicht des Paares gibt, bei denen "Überheblichkeit und Naturschwärmerei" zusammenfinden. In den Augen des Rezensenten hat Percy genauso ein Problem mit seiner Herkunft wie mit den ungebildeteren Schichten. Percy B. Shelly rebelliert "mit Satire und Polemik gegen eine Gesellschaft, deren oberer Klasse er angehört" und gleichzeitig "entzieht er sich ihr" durch seinen Naturschwärmereinen. Im direkten Vergleich ist der Rezensent aber mehr von den Reiseerinnerungen von Mary W. Shelley als von denen ihres Mannes: "Marys Anteil an dem Buch ist der gehaltvollere". Auch die Beiträge des Herausgeber findet der Rezensent "kenntnisreich und erhellend", nur die Übersetzungsleistung von Alexander Pechmann findet er nicht so gut: da hätte Ahrens sich etwas mehr Sorgfalt gewünscht.
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