Aus dem Französischen von Michael Kleeberg. Ein Gerichtssaal, ein Verbrechen, eine Angeklagte. Catherine soll ihr Kind umgebracht und Jeff zum Mord an ihrem Mann angestiftet haben. Doch je deutlicher die Umstände, die zur Tat geführt haben, zutage treten, desto weniger ist klar, wer die Schuld trägt. Ein berückender Roman, gleichermaßen klassische Tragödie in modernem Gewand, fesselnder Thriller und das subtile Porträt einer Frau, die, vom Schicksal getroffen, völlig aus der Bahn geworfen wird.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.04.2010
Mit Brautkleid hat das alles wenig zu tun, meint Thomas Laux einigermaßen enttäuscht angesichts eines Romans, der ihm im Ganzen eher misslungen erscheint. Paule Constants Versuch, ein Beziehungsdrama mit Todesfolge als juristische Retrospektive um die Frage Schuld oder Schicksal zu inszenieren, findet Laux schon von der kriminologischen Komplexität her profan. Formal scheint die von der Autorin favorisierte Uneindeutigkeit auf ihn nicht den möglicherweise intendierten spannungserzeugenden Effekt zu haben. Und zur Diktion schreibt er: Schwulst, schwer erträglich.
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