Aus dem Französischen von Holger Fock. Ausgewählt und mit einem Vorwort von Androula Michael. Dass Picasso auch geschrieben hat, war bisher nur wenigen bekannt. Dabei umfasst sein schriftstellerisches Werk neben drei Theaterstücken auch dreihundertfünfzig Gedichte, die zwischen 1935 und 1959 als Tagebuchnotizen entstanden sind, und von denen etwa einhundert der bedeutsamsten und schönsten für diesen Band ausgewählt wurden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2007
Bemerkenswert findet Rezensent Kersten Knipp diesen Band mit Gedichten Pablo Picassos, auch wenn ihm nicht alle in gleicher Weise gelungen scheinen, was für ihn aber auch keine besonders große Rolle spielt. Die Gedichte zeichnen sich in seinen Augen vor allem aus durch Picassos Eigensinn und seinen Widerstand gegen die konventionelle Formensprache. Sie muten Knipp wie hingeworfene atmosphärische Skizzen an. Das Vage dieser Gedichte verteidigt er und macht geltend, dass es vielleicht das Eigentliche sei, nur dass es nicht an den Verstand, sondern an die Sinne appelliere. Es scheint ihm auch durchaus legitim, Analogien zu ziehen zwischen den Dichtungen Picassos und seinen Bildern. Nicht verschweigen will er allerdings, dass Picasso selbst im Urteil über seine Lyrik schwankte. "Doch wo der Dichter scheiterte", resümiert er, "da machte der Maler weiter."
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