Aus dem Französischen von Christiane Seiler. Sie ist die berühmteste Unbekannte der Welt. In den Evangelien von Lukas und Matthäus wird sie lediglich etwa ein Dutzend Mal namentlich genannt. Petrus, Jakobus und Paulus ignorieren sie fast gänzlich. Aber ohne sie wäre die Geschichte der Kunst gewiss anders verlaufen. Vor allem der Mythos und der Glaube haben aus Maria die junge, demütige Frau gemacht, die das Schicksal annimmt, zu dem sie bestimmt ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2005
Durchwachsen erscheint Rezensent Hermut Löhr dieses Buch des französischen Journalisten Jacques Duquesne über die "Mutter Jesu", das 2004 in Frankreich ein kontrovers diskutierte Bestseller und nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Er hebt hervor, dass es Duquesne nicht darum geht, einen Skandal zu provozieren und Glaube, Kirche und Theologie insgesamt zu desavouieren. Sensationelle Enthüllungen suche man vergebens. Auch bekenne der Autor, weiterhin Katholik zu sein. Im Grunde sieht Löhr hier wieder einmal das alte Spiel am Werk, Maria als historischen Menschen und nicht als theologische Ikone vorzustellen. Ein Versuch, der seines Erachtens nicht nur wegen der spärlichen Quellenlage zum Scheitern verurteilt ist, sondern auch weil die wenigen Quellen diese Unterscheidung nicht vornehmen. Aushelfen müsse die historische Phantasie - auch eine Art Glaubensbekenntnis. Löhr moniert zahlreiche sachliche Fehler, für die er auch die das mangelhafte Lektorat und die Übersetzung verantwortlich macht. Auch wenn er das Buch insgesamt als informativ einstuft, mag er nicht verschweigen, dass hier "vieles hinten und vorne" nicht stimmt.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…