Ist unsere Demokratie noch zu retten?
Das System steckt in der Krise. Liegt der Ausweg in mehr direkter Demokratie? Oder ist das Volk zu "dumm", um in wesentlichen Fragen selbst zu entscheiden? Lässt es sich zu leicht manipulieren und geht rechten Populisten auf den Leim? Wenn Außenseiter bei Wahlen erfolgreich sind, heißt es oft, die Bürger hätten "falsch" abgestimmt. Aber wer entscheidet, was "richtig" ist? In Deutschland gibt es freie Wahlen für alle erst seit gut hundert Jahren. Doch reichen Abstimmungen über die Zusammensetzung eines Parlamentes aus, um ein demokratisches System zu schaffen und eine Oligarchie, also eine Herrschaft der Reichen, zu verhindern? Oder gibt es vielleicht noch weitere, ganz andere wichtige Voraussetzungen für eine Demokratie, die bislang nicht erfüllt sind - weder in Deutschland noch anderswo?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2018
Die Krise der Demokratien ist sicher eines der Hauptthemen für politische Bücher in diesem Herbst 2018. Rezensent Christoph Dorner bespricht das vorliegende Buch zusammen mit Steven Levitskys und Daniel Ziblatts "Wie Demokratien sterben - Und was wir dagegen tun können" und Michael Hardts und Antonio Negris "Assembly - Die neue demokratische Ordnung". Paul Schreyer ist ein politischer Journalist aus Ostdeutschland, der sich der politischen Linken zurechnet und zuweilen in "fragwürdigen Alternativmedien" schreibt, so Dorner, dem bei der Lektüre des Bandes ungemütlich wird. Er folgt Schreyer dennoch mit Interesse, wenn dieser angeblichen Denkverboten nachgeht. So sehe Schreyer die Mahnungen vor der AfD mit skeptischer Distanz: Der Populismus-Vorwurf diene laut Schreyer nur zum Schutz der Eliten, die den Streit um "Leitkultur" und Islam nur nutzten, um den eigentlich fälligen Streit um die Ungleichheit zu verhindern. Ein Urteil dazu will der Rezensent nicht abgeben.
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