Die Digitalisierung fordert den Staat nicht einfach nur heraus. Sie überfordert ihn. Sie stellt in Frage, wie wir 70 Jahre lang unser Gemeinwesen gesteuert, organisiert und verteidigt haben. Unser demokratischer Staat mit seinen Institutionen und Verfahren tut sich schwer, seine bisherige Rolle auch im digitalen Raum zu spielen. Entlang persönlicher Erfahrungen zeichnet der Autor die Entstehung der Netz- und Digitalpolitik seit dem Jahr 2000 in Deutschland nach. Er beschreibt anhand von Beispielen die Mühen von Politik und Verwaltung im Umgang mit der Digitalisierung. Der Autor arbeitet die Ursachen der digitalen Schwäche des Staates heraus und präsentiert konkrete Vorschläge, wie die Politik die Wirksamkeit des Staates erhalten kann - auch in der digitalen Welt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2018
Thomas Thiel empfiehlt das Buch des Informationstechnik- und Cybersicherheitsfachmannes Martin Schallbruch allen Politikern. Zu lernen ist laut Thiel, wie Digitalisierung und Demokratie bzw. Staat unter einen Hut zu bekommen sind. Dass der Autor keine falschen Hoffnungen auf eine leichte Aufgabe weckt, sondern die Komplexität des Datenrechts hervorhebt, gefällt Thiel. Schallbruchs Vorschläge für den Umagang des Staates mit dem Netz hätte er sich allerdings konkreter gewünscht. Außerdem befürchtet er, dass Schallbruchs Konzept eines entschlackten Datenrechts zu einer Schwächung desselben führen würde. Schallbruchs Hinweise an die Verantwortlichen findet Thiel dennoch zielgenau und kenntnisreich.
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