Aus dem Englischen und Irischen von Hans-Christian Oeser. Patrick Pearse' in englischer Sprache verfasste mystisch-visionäre Lyrik von religiöser Solennität erinnert an die exaltierte Rhetorik und deklamatorische Intensität eines Walt Whitman, seine in der Diktion der traditionellen gälischen Dichtung gehaltenen irischsprachigen Gedichte vereinen christliche und heidnische Motive. In allem scheint der Topos des Selbstopfers auf.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.04.2016
Andreas Platthaus freut sich über diesen schönen von Hans-Christian Oeser herausgegebenen Band, der immerhin 28 der insgesamt 36 Gedichte von Patrick Pearse versammelt. Dass neben Oesers deutschen Übersetzungen hier auch die englische beziehungsweise gälische Originalversion abgedruckt ist, findet der Kritiker begrüßenswert, allerdings hätte er sich gewünscht, dass bei den vierzehn Gedichten, die von Pearse zunächst auf Gälisch verfasst und erst danach ins Englische übertragen wurden, auch die gälische Version abgedruckt worden wäre, um Oesers Abweichungen vom englischen Text verständlich zu machen. Dennoch lässt sich der Rezensent von Pearse' Bilderreichtum und Tonfall in den Bann ziehen, auch wenn er das von katholisch-irischer Terminologie getragene gälische Siegerpathos der Gedichte angesichts des Ersten Weltkriegs bisweilen schwer "erträglich" findet. In jedem Fall aber lernt Platthaus in Pearse' Werk wie Ästhetizismus in Fanatismus münden konnte.
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