Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2012
Jürgen Brocans Einladung zum widerständigen Schauen und Benennen nimmt Angela Schader gerne an. Dass der Autor sich in seinen Gedichten lieber mit unscheinbaren Dingen und mit der Vergangenheit befasst, als mit der lärmenden Gegenwart, mit entlegenen Worten und Namen jongliert, ohne sie weiter zu erläutern, in gewisser Weise also ein bisschen hermetisch zu Werke geht, gesteht die Rezensentin ihm zu. Zur Not googelt sie "Wollemie" oder Orte, wie Carlsglück, Dortsfeld. Brocans gesteigerte Aufmerksamkeit für Industrieruinen, Tiere und Pflanzen, seine historischen Querverweise, Widmungen für Naturwissenschaftler, Musiker, Maler, Forscher scheinen ihr ein probates Gegengift zum Alltag.
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