Pal Zavada

Das Kissen der Jadwiga

Roman
Cover: Das Kissen der Jadwiga
Luchterhand Literaturverlag, München 2006
ISBN 9783630872261
Gebunden, 464 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Ernö Zeltner. Dieser Roman war in Ungarn mit weit über 100.000 verkauften Büchern ein Bestseller. Erzählt wird die Geschichte eines Paares, das sich ein Leben lang nicht findet, aber auch nicht voneinander los kommt. In "Das Kissen der Jadwiga", das über zwei Generationen vom Ersten Weltkrieg bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts spielt, nimmt Zavada eine Liebe und mit ihr eine ganze Epoche in Augenschein. Im Wechsel erzählt er aus der Perspektive des Mannes und der Frau von der leidenschaftlichen und tragisch verlaufenden Liebe zwischen diesem höchst ungleichen Paar. Die Geschichte ihrer abgründigen und unauflösbaren Liebesverstrickungen ist dabei zugleich eine versteckt erzählte Parabel auf die Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Zusammenlebens verschiedener Kulturen. Denn Ondris ist slowakischer Herkunft, Jadwiga hat eine ungarische Mutter...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2007

Reserviert äußert sich Rezensent Martin Halter über diesen Roman von Pal Zavada, der in Ungarn ein großer Beststeller war. Zwar hält er das Buch für ein großangelegtes Panorama ungarischer Geschichte von 1913 bis 1987. Auch bescheinigt er dem Autor, Perspektiven und Zeitebenen, private und politische Geschichte "kunstvoll" und "sprachverliebt" zu verschränken. Dennoch scheint ihm die gewählte Form, ein von verschiedenen Familienmitgliedern geführtes Tagebuch, wenig geeignet für Zavadas Intention, Weltgeschichte im dörflichen Mikrokosmos abbilden zu wollen. Seines Erachtens ist dabei ein "Bauernschwank im Breitwandformat" herausgekommen. So betrachtet er das Werk dann auch eher als eine "erschöpfende sitten- und volkskundliche Studie", angereichert mit "derbem Humor" und slowakischen Redensarten und Wortspielen, und weniger als "Beitrag zum modernen europäischen Roman".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2007

Im Mittelpunkt dieses ehrgeizigen Romans, erklärt Rezensent Uwe Stolzmann, steht ein Gegenstand: ein wanderndes Tagebuch. Ihm vertrauen sich nacheinander drei Menschen an: Ondris, seine unnahbare Frau Jadwiga und schließlich deren unehelicher Sohn Miso. Sie kommentieren, überarbeiten oder korrigieren gar dabei die Einträge der Vorgänger, und lassen das Tagebuch so zu einem regelrechten Palimpsest geraten. Dass Pal Zavadas Roman komplex ist, steht für den Rezensenten außer Frage. Es stecke viel im "Kissen der Jadwiga": eine "tragische Lovestory" im Stile einer Menage-a-trois, die Lebensgeschichte einer mysteriösen Frau, die Geschichte einer slowakisch-ungarischen Siedlung und eine "Familiensaga aus einer Epoche des Niedergangs". Doch letztendlich sei es zuviel, als dass nicht der Eindruck der Konstruiertheit entstehe und die Kunstfertigkeit des Autors heller scheine als die von ihm erzählte Geschichte.
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