Otto Ludwig

Geschichte des Schreibens

Band 1: Von der Antike bis zum Buchdruck
Cover: Geschichte des Schreibens
Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783110183016
Gebunden, 288 Seiten, 88,00 EUR

Klappentext

Gegenstand dieses Buches ist das Schreiben in seinem geschichtlichen Verlauf. Es beschreibt die Geschichte des Schreibens als Geschichte einer Tätigkeit. Der erste Teil der Darstellung setzt da ein, wo die Geschichte des Schreibens in Europa ihren Anfang genommen hat: in der griechischen Antike um die Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr., als man zum ersten Mal konsequent alphabetisch schrieb. Sie endet mit den Auswirkungen und Folgen des Buchdrucks auf die Schreibpraxis in der Zeit zwischen dem Ende des 15. und dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der faszinierenden Darstellung steht genau das, was in anderen Dokumentationen ausgespart wird: nicht die äußeren Bedingungen, nicht die Texte, weder ihr Inhalt noch die Form, und auch nicht die Menschen, die geschrieben haben, sondern vornehmlich das, was sie getan haben, wenn sie schrieben, ihre Tätigkeit. Diese Tätigkeit umfasst verschiedene Konzeptionen und Begriffe des Schreibens, die spezifische Organisation der Schreibhandlung und die jeweilige historische Praxis des Schreibens.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2006

Kaum noch zu überschauen ist nach Ansicht von Rezensent Wolfgang Krischke die Literatur zur Schriftgeschichte. Da sollte man meinen, zum Thema sei bereits alles gesagt. Doch weit gefehlt. Krischke attestiert dem Germanisten Otto Ludwig, im ersten nun vorliegenden Band seiner "Geschichte des Schreibens" einen Aspekt zu thematisieren, der trotz seiner zentralen Bedeutung bislang nur am Rande behandelt worden sei. Der Autor arbeite unter "mentalitätsgeschichtlicher Perspektive" heraus, "wie sich die kollektive Vorstellung davon, was es bedeutet, zu schreiben, gewandelt hat". Krischke konzentriert sich in seiner Besprechung darauf, diese Entwicklung nachzuzeichnen. Eingehend schildert er den kulturellen Wandel von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit und vom Schreiben als einem sakralen Akt hin zu einer profanen Kulturtechnik. Über die Qualitäten des Buches selbst erfährt der Leser nichts Näheres. Aber offensichtlich hat es Krischke gut gefallen, zeigt er sich doch am Ende seiner Besprechung ganz gespannt auf den zweiten, bis in die Gegenwart reichenden Band dieser Geschichte des Schreibens.

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