Olive Schreiner

Die Geschichte einer afrikanischen Farm

Cover: Die Geschichte einer afrikanischen Farm
Manesse Verlag, Zürich 2020
ISBN 9783717525127
Gebunden, 608 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Viola Siegemund. Mit einem Nachwort von Doris Lessing. "The Story of an African Farm" gilt als das südafrikanische "Wuthering Heights". Der autobiografisch inspirierte Roman der deutsch- und englischstämmigen Autorin, erschienen 1883, schildert das Schicksal einer eigenwilligen Heldin namens Lyndall. Schon als junges Mädchen lernt sie die Bigotterie und Ignoranz der Menschen kennen und erfährt, wie beschränkt die Lebensperspektiven für ihresgleichen sind. Doch dank einer großen inneren Stärke verteidigt sie in der Farmerswelt der südafrikanischen Karoo ihre Unabhängigkeit und verliert dabei das Ziel nie aus den Augen: weibliche Selbstbestimmung bis zuletzt. Schreiners Erzählkunst fasziniert nicht nur durch ihren einfühlsamen Ton und ihre große künstlerische Sensibilität, sondern widmet sich auch emanzipatorischen Themen wie Sexualität, voreheliche Schwangerschaft sowie die unrühmliche Rolle des Christentums bei der Bevormundung des "schwachen Geschlechts".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.12.2020

Rezensentin Manuela Reichart freut sich über die Gelegenheit, einen frühen feministischen Klassiker neu kennenzulernen. "Die Geschichte einer afrikanischen Farm" erschien erstmals 1883 und sorgte damals für Furore, weiß Reichert. Darin schrieb die 28-jährige südafrikanische Debütantin Olive Schreiner, zunächst unter männlichem Pseudonym, über weibliche Selbstbestimmung, den Farmalltag unter der weißen Kolonialherrschaft, sowie das Aufbegehren gegen eine gewaltvolle, "bigotte und verlogene Gesellschaft". Interessant findet die Rezensentin auch das Nachwort von Doris Lessing, aus dem sie große Bewunderung herausliest. Allerdings hätte sich mehr noch über einen aktuellen Kommentar gefreut, mit Fokus auf die Biografie und Philosophie dieser äußerst spannenden und kraftvollen Autorin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.12.2020

Rezensent Nicolas Freund staunt über die Aktualität und den literaturgeschichtlichen Wert von Olive Schreiners Roman, der erstmals 1883 erschien und in Südafrika ein Klassiker ist. Die in Südafrika geborene Autorin, die in ihren 20ern einige Jahre in London lebte, erzählt hier von den Bewohnern eines Kaps im kolonialen Südafrika, und sie tut dies, staunt Freund, sehr modern, mit philosophisch-psychologischen Figurenintrospektionen. Die modernen Themen wie Individualismus und Feminismus, die bei Schreiner in der Kulisse einer "unzulänglichen Welt" schon aufscheinen, hätten noch Schriftsteller wie J. M Coetzee beeinflusst, so Freund. Auch das aus der Ausgabe von 1968 übernommene Nachwort von Doris Lessing lobt der Rezensent für seine hilfreichen Einordnungen, die etwa die Rassismusvorwürfe gegen Schreiner zurückweisen, sowie auch die äußerst "sensible" Übersetzung von Viola Siegemund, der eine "behutsame Modernisierung" des Textes gelinge.

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