Oleg Chlewnjuk

Stalin

Eine Biografie
Cover: Stalin
Siedler Verlag, München 2015
ISBN 9783827500571
Gebunden, 592 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Helmut Dierlamm. Am Morgen des 1. März 1953, kurz nachdem er seinen engsten Führungszirkel verabschiedet hat, erleidet Josef Stalin in seiner Datscha bei Moskau einen Schlaganfall. Wenige Tage später ist er tot. Oleg Chlewnjuk, einer der führenden Stalinismus-Experten, nimmt diese letzten Lebenstage zum Ausgangspunkt einer Biografie - auf Grundlage bisher unbekannter Quellen aus sowjetischen Archiven eröffnet sie einen neuen Blick auf den Diktator und seine Herrschaft. Chlewnjuk durchleuchtet die elitären Machtzirkel des Kremls, die Stalin umgeben - und zeigt damit, wie untrennbar die Person des Diktators mit der Geschichte des sowjetischen Terrors verknüpft ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2016

Erklärungsbedarf besteht bei Ulrich M. Schmid auch nach der Lektüre der Stalin-Biografie des Moskauer Archivforschers Oleg Chlewnjuk. So raffiniert der Autor auch Stalins Werdegang mit seinen letzten Stunden durch Flashbacks arrangiert, so wenig Neues kann der Autor dem Rezensenten bieten. Nichts, was die Forschung nicht schon wüsste, meint Schmid. Und wo Chlewnjuk versucht, alte Vorstellungen zu revidieren, etwa betreffend Stalins vermeintlich unglückliche Kindheit, bleibt er laut Rezensent vage, weil es keine verlässlichen Quellen gibt. Spannend und flüssig liest sich das Buch für Schmid dennoch. Und hätte der Autor etwa Stalins Nationalitätenpolitik oder seiner anhaltenden Popularität mehr Aufmerksamkeit gegönnt, wäre Schmid eigentlich recht zufrieden gewesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2015

Peter Sturm entdeckt in dieser neuen Stalin-Biografie von Oleg Chlewnjuk neue Quellen. Auch wenn an Stalin-Biografien kein Mangel herrscht, wie Sturm weiß, lohnt sich seiner Meinung nach der Blick in das Buch. Der "banalen" Erkenntnis, dass Stalins Machtinstrument die Furcht war, fügt der Autor laut Sturm hinzu, dass es sich bei Lenins Nachfolger um ein eher einfaches Gemüt gehandelt hat. Am ehesten kann sich Sturm den Tyrannen und sein Walten nach der Lektüre als Mischung aus Unerklärlichem und Horror vorstellen. Das Sujet jedenfalls findet er weiterhin unwiderstehlich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2015

Unbedingt lesenswert findet der hier rezensierende Historiker Jürgen Zarusky diese Stalin-Biografie des russischen Historikers Oleg Chlewnjuk. Solide auf Quellenmaterial basierend, klar und gleichzeitig raffiniert geschrieben - zwischen die chronologischen Stationen von Stalins Lebensweg sind immer wieder Szenen aus seinen letzten Tagen geschnitten, lesen wir - liefert diese Biografie ein erhellendes Bild von Stalin als Machtmensch, dem die Folgen seiner Handlungen stets bewusst waren, so der Rezensent. Der Ideologe Stalin kommt bei dieser Betrachtung vielleicht etwas zu kurz, meint Zarusky, doch eine so "subtile Funktionsanalyse" des Stalinschen Systems hat er bisher noch nicht gelesen. Jedenfalls nicht auf Deutsch.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 17.10.2015

Alan Posener greift beherzt zur Stalin-Biografie von Oleg Chlewniuk. Als probates Gegenmittel gegen die Renaissance des Stalin-Kults im heutigen Russland empfiehlt der Rezensent das Buch, in dem Stalin als das Monster erscheint, das er tatsächlich war. Die Ermordung von 20 Millionen Menschen lastet der Autor nicht übereifrigen Schergen an, sondern einem Mann, der den Kommunismus für ein Allheilmittel hielt. Richtig so, meint Posener. Chlewniuks umfangreiche Recherchen und Kenntnisse und seine akribischen Nachweise lassen ihn darüber nicht im Zweifel. Dass der Autor auch skurrile Details zu Stalin zu berichten weiß, macht die Lektüre für Posener sogar vergnüglich.