Herausgegegeben von Bernd Greiner, Christian Th. Müller und Claudia Weber. Allein die Zahlen übersteigen unser Vorstellungsvermögen. Dutzende von Billionen Dollar gaben Ost und West für ihren Kalten Krieg aus um heiße Kriege abschrecken oder gewinnen zu können, um im Wettlauf der Gesellschaftssysteme die Oberhand zu behalten oder um Schlüsselregionen in der Dritten Welt auf ihre Seite zu ziehen. Über die Folgen streiten Ökonomen und Wirtschaftshistoriker bis heute: Hat man es mit einer Ressourcenvernichtung in der Größenordnung eines Weltkrieges zu tun? Oder kamen diese Ausgaben doch der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung zugute? Wie stark wirkten die Impulse des Kalten Krieges auf das Wirtschaftswachstum im Vergleich zu anderen Faktoren etwa zur Globalisierung?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2010
Rezensent Bernd Stöver schätzt diesen erhellenden Sammelband über die "Ökonomie im Kalten Krieg". Bei dem von Bernd Greiner und anderen herausgegebenen Werk handelt es sich laut Rezensent um den vierten vom Hamburger Institut für Sozialforschung vorgelegten Band zu Aspekten des Kalten Kriegs. Thematisiert werden darin u.a. die Entwicklungs- und Wirtschaftshilfen und die Agrar- und Handelspolitik. Besonders interessant scheinen Stöver die Beiträge, die sich mit den teils katastrophalen Folgen des Kalten Kriegs befassen. In diesen Zusammenhang hebt er die Untersuchungen über die wirtschaftlich-sozialen Kosten der Militärausgaben sowie über die vom Kalten Krieg verursachten Umweltschäden hervor. Insgesamt hat ihn der Band überzeugt. Deutlich wird in seinen Augen aber auch, dass längst noch nicht alle Fragen, die dieser globale Konflikt aufwirft, beantwortet sind.
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