Noam Chomsky

Keine Chance für Frieden

Warum mit Israel und den USA kein Palästinenserstaat zu machen ist
Cover: Keine Chance für Frieden
Europa Verlag, Hamburg 2005
ISBN 9783203760056
Gebunden, 266 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Michael Haupt. Israel und die Palästinenser - kaum ein Konflikt beherrscht seit Jahren die Medien in solchem Maße, jedoch ohne dabei für Außenstehende verständlicher zu werden. Der Nahostkonflikt sei ein Thema, das sich laut Noam Chomsky schon Jahre im voraus als Vortragsthema anbieten läßt, ohne dass man jemals Gefahr liefe, inaktuell zu sein. Scheinbar eine Konfrontation ohne Ende. Aber warum ist das so?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.06.2006

Für Thorsten Schmitz hat dieses Buch des Sprachwissenschaftlers und den Palästinensern zugeneigten Noam Chomsky mit Objektivität nichts zu tun. Die Meinungsbildung des Autors findet Schmitz zudem reichlich einseitig. Wenn er es dennoch nicht für nötig hält, den Leser ausdrücklich vor diesem (immerhin politischen) Text zu warnen, so liegt das wohl an der "Zahnlosigkeit" des Buches: Elf Jahre, so Schmitz, haben die Texte (ausgenommen das Vorwort) bereits auf dem Buckel, und eine These, die diesen Namen verdient hätte, sucht der Rezensent auch vergebens. Das Dreinschlagen auf die USA als rücksichtslosem Rohstoffjäger entlockt ihm ein herzhaftes Gähnen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.11.2005

Noam Chomsky mag zwar ein "Polemiker" sein und gerne vereinfachen, gesteht Rezensent Rudolf Walther, doch auf seine analytischen Fähigkeiten will der Rezensent nichts kommen lassen. Ebenso klar wie schlüssig, findet Walther, erkläre Chomsky nicht die israelischen Staatsgründung und die Vertreibung der Palästinenser zum historischen Kernproblem des Nahostkonflikts, sondern die israelische Okkupation nach dem Sechstagekrieg und einer sich daraus entwickelnden "Sonderbeziehung" zu den USA. Sehr genau, so der Rezensent, stelle Chomsky diesen Prozess dar, bei dem Israel als Gegenleistung von Walther nicht näher bestimmte "gute Dienste" bei Konflikten angeboten habe, in die die USA nicht direkt eingreifen wollten. Von 1967 bis heute spreche man aus Sicht Chomskys in Washington tapfer von "Friedensprozess" und verhindere gleichzeitig jede Friedensinitiative, die nicht den "israelischen Maximalforderungen" entspreche.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2005

Nicht ernstnehmen kann Wilfried von Bredow dieses Buch von Noam Chomsky über die Gründe, warum im Nahen Osten kein Frieden möglich ist. Zusammengesetzt aus verschiedenen Texten, die zur Hälfte schon über zehn Jahre alt sind, zur anderen Hälfte aus dem Jahr 1999 stammen, handelt es sich nach Ansicht des Rezensenten bei dieser Publikation nicht ein mal um ein Buch im eigentlichen Sinn. Auf Chomsky ist der Rezensent sichtlich nicht gut zu sprechen. Süffisant nennt er ihn den "heißesten Kandidat für den Nobelpreis" - "gäbe es einen für Polit-Gelabere". Für nicht mehr zu überschauen hält er die Zahl der Publikationen Chomskys, in denen er die Vereinigten Staaten als "übelsten Schurkenstaat der Welt" verdammt. Den dadurch gewonnen Ruhm trage Chomsky "nicht ohne Eitelkeit" zur Schau. Den Tenor des Buchs fasst Bredow folgendermaßen zusammen: Israel sei eine Marionette der USA und während die PLO und Arafat sich immer mehr verständigungsbereit gezeigt hätten, führten Amerika und die israelischen Regierungen das Lager der "Verweigerer" an, die sich allen berechtigten palästinensischen Forderungen widersetzen. "Dies ist der Kern seiner krausen Botschaft", resümiert der Rezensent, "und damit begnügt er sich."