Igal Avidan

Israel

Ein Staat sucht sich selbst
Cover: Israel
Diederichs Verlag, Kreuzlingen - München 2008
ISBN 9783720530460
Gebunden, 216 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Am 14. Mai 2008 feiert der Staat Israel den 60. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Seither befindet sich das Land im ständigen Ausnahmezustand: bedroht von äußeren Feinden, lädiert von ungelösten inneren Konflikten. Grund genug für eine kritische Bestandsaufnahme. Das Jubiläum wird überschattet von Ängsten: Wird Israel bis zum 120. überhaupt noch existieren? Und wenn ja, wird es zu einer Art Massada, einer aufgerüsteten Festung, deren Bewohner keine Hoffnung auf ein normales Leben mehr hegen? Oder zu einem verschlossenen Thora-Staat, der täglich prüft, ob die aktuelle jüdische Mehrheit stabil genug ist und der zugleich die Gastarbeiter, die nichtjüdischen Einwanderer und die Araber unterdrückt? Vielleicht wird Israel aber auch als Staat mit klar definierten geografischen Grenzen neu geboren. Der Autor beschreibt ein Land am Scheideweg und skizziert eine Road Map für Israel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.05.2009

Sehr eingenommen ist Rezensent Rolf Steininger für Igal Avidans Buch über den Staat Israel, der im Mai 2008 seinen 60. Jahrestag feierte. Dem in Berlin lebenden israelischen Journalisten ist laut Steininger eine "hochinteressante Bestandsaufnahme" gelungen. Das Buch, eine Mischung aus 60 Interviews und Hintergrundberichten, vermittele einen erhellenden Einblick in die Geschichte des Staates Israel. Steiniger greift eine Reihe der von Avidan behandelten Themen heraus: erster israelisch-arabischen Krieg 1948/49, Sechstagekrieg, Bau einer Sperranlage, Ausgrenzung von arabischen Juden, Vorbehalte gegenüber jüdischen Einwanderern, die lange Zeit unwürdigen Lebensverhältnisse von Holocaust-Überlebenden, der starke Einfluss der Ultraorthodoxen usw. Auf die vom Autor in der Einleitung aufgeworfenen Fragen ("Wird Israel noch weitere 60 Jahre existieren? Und wenn ja, wird es zu einer Art Massada, einer aufgerüsteten Bergfestung, deren Bewohner ein Leben im Dauerkampf um ihre Existenz führen?") kann das Buch nach Auskunft von Steiniger allerdings auch keine "klaren Antworten" geben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.05.2008

Ein ungeschminktes Bild Israels findet Rezensent Carsten Hueck in vorliegendem Buch von Igal Avidan, der für diverse israelische und deutsche Tageszeitungen schreibt. Er schätzt insbesondere den sachlichen, nüchternen Ton des Autors, der klar sage, "was faul ist im Staate". Die Diagnosen, die er liefert, findet Hueck mitunter "beunruhigend". Er bescheinigt Avidan, Fehlentwicklungen und Versäumnisse der israelischen Poltik mit aktuellen Zahlen und Dokumenten überzeugend zu belegen und auch Punkte wie die Diskriminierung von israelischen Arabern nicht auszulassen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.05.2008

Mit Zustimmung und Interesse hat Martin Forberg das Buch gelesen, das Igal Avidan anlässig des 60. Jahrestages der israelischen Staatsgründung nun vorgelegt hat. Der israelische Journalist verfolgt darin in vielen Geschichten die schwierigen Beziehungen zwischen der säkularen und der orthodoxen jüdischen Bevölkerung einerseits und zwischen Juden und der arabischen Minderheit andererseits, stellt der Rezensent fest. Avidans Plädoyer für die offizielle Anerkennung der 1949 festgelegten israelischen Staatsgrenzen und für die Stärkung der Rechte der arabischen Minderheit sowie seine Verurteilung der die Palästinenser stark beeinträchtigende "Mauer" scheint der Rezensent dabei zu teilen. Besonders positiv fällt Forberg die abwägende Haltung Avidans auf, der in diesem Buch genauso wenig in "unkritische Israel-Euphorie" wie in eine einseitige Verdammung der israelischen Politik verfalle.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2008

Dieses Porträt von Israel ist ein passendes Geschenk zum sechzigsten Geburtstag des Landes, findet Wolfgang Taus. Igal Avidan schildere die komplexe Lage des Landes, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. So gehe es nicht nur um die Isolation der Araber, sondern auch um die wachsende Entfremdung zwischen säkularen Juden und Ultraorthodoxen, deren Anteil an der Bevölkerung steige. Außerdem werden neonazistische Gruppen erwähnt, die erstaunlicherweise ebenfalls ihr Publikum finden. Avidan urteilt mit Bedacht und Sinn fürs Komplexe, so der erfreute Rezensent. Auch das Plädoyer für ein Israel mit anerkannten Grenzen, demokratischer Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen und einer strikten Herrschaft des Gesetzes kann der Rezensent nur unterstützen.
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