Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger und Sylvia Kall. Ingrid und Jan sind seit 25 Jahren verheiratet und führen in Oslo, Norwegen, ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr - sie sieht alles schwarz. Die freudlose Ehe frustriert sie, das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Das dauert ein Jahr, dann zwingt Hanne den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese reagiert gelassen, zieht kurzerhand mit einer Matratze in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2018
Einen großen norwegischen Familienroman annonciert Rezensent Aldo Keel mit Nina Lykkes "Aufruhr in mittleren Jahren", der im Original unter dem Titel "Nein und nochmals nein" erschienen ist. Erzählt wird die Geschichte einer Kleinfamilie, bestehend aus dem ministeriellen Referatsleiter Jan, seiner Frau Ingrid, dem dreizehnjährigen Sohn und Jans Geliebter Hanne. Wie Lykke aus dieser "literarischen Standardsituation" mit Humor, "Ironie" und einer vielstimmigen Sprache eine amüsante Familientragödie zaubert, hat dem Rezensenten gut gefallen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.2018
Matthias Hannemann erfreut sich an Nina Lykkes "glasscherbenklarer" Sprache und dem satirischen Gehalt ihrer Geschichte um das Leiden am wohlhabenden Mittelstand. Wie die Autorin zunächst das Dasein der Protagonistin als Lehrerin und Mutter beschreibt, gefällt ihm ausnehmend gut. Bissig, tragikomisch und bitter im Ton kommt die erzählte Dreieicksgeschichte, die auch die Geschichte einer Befreiung ist, für den Rezensenten rüber. Die Erkenntnis der Protagonistin, dass alles auch ganz anders geht, findet Hannemann schön.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2018
"Ein gelungenes Debüt" resümiert Rezensentin Franziska Wolffheim über Nina Lykkes ersten Roman. Dieser beginnt mit der bitterbösen Schilderung eines gut situierten Familienlebens, das von außen perfekt wirkt, von innen jedoch mehr einem Gefängnis als einem haltgebenden Zuhause gleicht. Und er endet als Geschichte eines Ausbruchs und einer Selbstsuche, lesen wir. Das mag abgedroschen klingen, ist es jedoch nicht, denn erfreulicher- und erfrischenderweise beschränkt sich die norwegische Autorin auf subtile Anspielungen und Hinweise, statt ihren Roman mit ratgeberhaften Lehren und überpsychologisierenden Erklärungen zu überlasten, lobt die Rezensentin. Ein paar "dramaturgische Schwachstellen" gibt es, doch in Wolffheims Gesamtwertung haben diese nur sehr geringes Gewicht.
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