Unter den Gesichtspunkten Klimawandel - Wirtschaftswandel - Politikwandel entwirft Lord Stern ein Szenario, den CO2-Ausstoß bis 2050 um 80 Prozent (im Vergleich zu 1990) zu reduzieren. Dieses notwendige Ziel ist nur zu schaffen, wenn eine Technologie-Revolution zu Gunsten erneuerbarer Energien einsetzt, in diesen Wirtschaftssektor massiv investiert wird und neue Jobangebote entstehen. Im Dezember 2009 trifft sich die Weltgemeinschaft in Kopenhagen, um über die Zukunft der Welt-Klimapolitik zu beraten. Es gilt neu zu definieren, was "gerechte" Lösungen sind, welche Maßnahmen die ärmsten Länder tragen können und welche Verantwortung die sogenannten "Industrienationen" übernehmen müssen. Dafür ist es erforderlich, einen weltweiten Konsens zu erarbeiten und umzusetzen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2009
Rezensent Thomas Speckmann begrüßt Nicholas Sterns Plädoyer für ein globales Klimaabkommen. Er schätzt den ehemaligen Chefökonomen und Vizepräsidenten der Weltbank und heutigen Leiter des "Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment" an der London School of Economics als einen Kenner der Materie, dessen "Stern-Report" 2006 die Öffentlichkeit aufhorchen ließ, weil er die wirtschaftlichen Kosten des Klimawandels klar benannte. In Sterns aktuellem Buch sieht Speckmann eine Art Rettungsplan, den der Autor mit Blick auf den Kopenhagener Klimagipfel im Dezember vorgelegt hat. Besonders hebt er Sterns Ausführungen über die Förderung der Windenergie in Deutschland hervor, durch die bis 2020 ein Viertel des Stromverbrauchs erzielt werden kann - nahezu frei von CO2. Ausführlich referiert er schließlich die Schlüsselelemente von Sterns globalen Klimaabkommen und dessen Finanzierung., die dem Rezensenten überaus realistisch und bedenkenswert erscheinen.
Recht beeindruckt hat Rezensentin Elisabeth von Thadden dieses Buch des britischen Starökonomen Nicholas Stern gelesen, das ihr besonders wegen seiner Verknüpfung der Klimafrage mit der Armutsfrage zu denken gab. Es sei, schreibt sie, der Kerngedanke des Buchs, "den Zusammenhang zwischen Wachstum und Emissionen unwiderruflich zu kappen". Die Industrieländer sollen den Rest der Welt außerdem den sparsamen Umgang mit Ressourcen lehren, da sie die historische Schuld an der Erderwärmung trügen. Auch leuchtet der Rezensentin Sterns Einsatz für den Ausbau lokaler Energiestrukturen ein. Was sie allerdings am Interessantesten findet, ist die Tatsache, dass das Buch zwar für sie immer wieder Fragen aufwirft, man beim Lesen aber trotzdem nie wirklich Kritik an Sterns Konzepten in den Sinn kommt. Und dass, obwohl seine Diagnose vom Versagen der Märkte, die ihn nun die Gerechtigkeitsfrage zum zentralen Antriebsmotor der Märkte machen lässt, aus ihrer Sich zutiefst dem "Idealmodell" eines Marktes verhaftet bleibe, der "im Regelfall funktioniert".
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