Nicholas Evans

Wenn Sprachen sterben

und was wir mit ihnen verlieren
Cover: Wenn Sprachen sterben
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406653278
Gebunden, 416 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Robert Mailhammer. Mit zahlreichen Abbildungen, Karten und Tabellen. In den nächsten hundert Jahren wird die Hälfte der rund 6.000 Sprachen, die es noch auf der Welt gibt, verschwinden. Die meisten davon werden untergehen, ohne vorher dokumentiert zu werden. Noch enthält jede von ihnen das Denken, Wissen und die Kultur derer, die sie sprechen. Dieses Buch beleuchtet die Konsequenzen für unser gemeinsames intellektuelles und geistiges Erbe.
Nicholas Evans fragt nach dem Verlust, den dieser massive Sprachentod für die Menschheit bedeutet, und findet bei der Suche nach der Antwort eine ganze Reihe von Themen, die höchstes Interesse verdienen: Wieso gibt es überhaupt so viele Sprachen auf der Welt? Wäre eine nicht genug? Was wissen wir über den Zusammenhang von Denken und Sprechen? Denkt man in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich? Kann die Varietät der Sprachen Auskunft über die Welt und die Geschichte geben? Wie lassen sich bedrohte Sprachen, die es noch nicht in die Schriftlichkeit geschafft haben, vor ihrem Tod dokumentieren, und warum sollte man das tun? Können kleine Sprachen es ermöglichen, alte Schriften zu entziffern? Evans ist einer der weltweit prominentesten Sprachwissenschaftler. Sein Buch lebt vom Reichtum an Beispielen, die er vor Ort präsentiert - von Australien, Asien und Afrika bis Amerika und Europa. Es vermittelt faszinierende Einsichten in das, was Sprachen eigentlich sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2014

Mit "Wenn Sprachen sterben" hat Rezensent Wolfgang Krischke ein hervorragendes Buch über die Vielfalt der Sprachen, aber auch die Bedeutung ihres fortschreitenden Aussterbens gelesen. Bei dem in Canberra, Australien lehrenden Linguistikprofessor Nicholas Evans lernt er, dass in Neuguinea etwa 1200 Sprachen gesprochen werden, wie die Idiome Sibiriens nach Amerika gelangten, wie Sprache und Kognition miteinander verbunden sind oder dass zum Ende dieses Jahrhunderts möglicherweise nur noch ein Zehntel der heutigen Sprachen existieren wird. Fasziniert liest er auch, wie einige Volksgruppen Besonderheiten in ihre Sprache einbauen, um die Distanz zu verwandten Idiomen zu markieren. Geografische, historische, grammatische oder thematische Merkmale von Sprache weiß Evans interessant und lebendig zu vermitteln, lobt der Rezensent, der auch mit der Übersetzung äußerst zufrieden ist. Nur ein sorgfältigeres Lektorat hätte er sich gewünscht.
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