Niall Ferguson

Das verleugnete Imperium

Chancen und Risiken amerikanischer Macht
Cover: Das verleugnete Imperium
Propyläen Verlag, Berlin 2004
ISBN 9783549072134
Gebunden, 447 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Die Welt, so Niall Ferguson in seinem Plädoyer, braucht eine auf freiheitliche Werte eingeschworene Führungsmacht. Doch Amerika, dem mächtigsten Imperium der Weltgeschichte, fällt es schwer, sich als solches zu begreifen und seiner globalen Verantwortung mit Nachdruck und langem Atem gerecht zu werden. Vor allem an der eigenen Ungeduld und Unwilligkeit könnten die USA am Ende scheitern, warnt Ferguson in diesem brillianten Essay, der politische Analyse und historische Perspektive meisterhaft zusammenführt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.07.2004

Als Buch, das aus der Flut von Publikationen zum "amerikanischen Imperium" herausragt, lobt der "bbu." zeichnende Rezensent Niall Fergusons Analyse "Das verleugnete Imperium". Der Autor setzt sich die Brille des Historikers auf, der die amerikanische Weltpolitik am Anfang des 21. Jahrhunderts am Beispiel des britischen Empire misst, das ja tatsächlich in vielen Weltgegenden für Stabilität gesorgt habe, berichtet der Rezensent. Ein Umstand, in dem er zugleich Stärke und Schwäche des Buches sieht, was er jedoch nicht näher ausführt. Er hat jedenfalls seine Zweifel, inwieweit Fergusons Analogie von britischem Empire und den USA wirklich trägt. Ironischerweise, so der Rezensent diesbezüglich, seien die USA ja heute ausgerechnet dort in heiße Krisen verwickelt, wo die britische Kolonialpolitik gescheitert sei: Irak, Palästina, Pakistan/Afghanistan. Fergusons immer wieder "spürbare Lust am Provozieren" sei im Kontext der britischen Debattierkultur zu sehen, die Zuspitzungen liebe. "Doch immerhin tut er das mit einem historischen geschulten Scharfsinn, der die Beschäftigung mit seinen Thesen lohnend macht", resümiert der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.07.2004

Rezensent Bernd Greiner ist enttäuscht von diesem Buch des britischen Historikers Niall Ferguson. Ferguson stellt die These auf, dass der weltpolitischen Instabilität nur durch ein "liberales Imperium" beizukommen sei, vorzugsweise in Gestalt der USA. Für Greiner ist dies die "intellektuelle Tradition eines längst verblichenen Empire". Zwar gesteht er ein, dass Ferguson seinem Ruf für provokante Thesen gerecht werde. Und er lobt auch, dass die Passagen über das britische Empire im 19. Jahrhundert "weit mehr als ein historischer Exkurs" seien. Nur haben - so Greiner - "derlei aus der Vergangenheit gewonnene Erkenntnisse" keinen Wert "für die Gestaltung von Zukunft". Und sobald sich Ferguson der amerikanischen Gegenwartspolitik zuwendet, ist für Greiner der Ofen aus. Er sieht hier statt kritischer Distanz die "Zuflucht im dramatischen Appell". Fergusons Gedanken über "plausible "Siegstrategien" für Vietnam" hält Greiner für sachlich abstrus; Lobreden auf George Bush lassen ihn zweifeln, ob er seinen Augen trauen kann. Er kommt zu dem Schluss, dass sich hier "ein anregender historischer Überblick" in ein "ideologisches Pamphlet" verwandelt hat.
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