Noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs war der nationalistisch-egozentrische Einfluß imperial gesinnter Intellektueller auf die Strategie der Vereinigten Staaten so groß wie gegenwärtig. Mit den vorhersehbaren Folgen eines Kriegs gegen den Irak droht weltweit eine Atmosphäre der Spannungen, vor allem im Nahen und Mittleren Osten. Die kritische Erörterung dieser Fragen ist kein Antiamerikanismus, sondern eröffnet Alternativen in der internationalen Politik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2003
Zwar ist das Buch durch den Irak-Krieg "historisch überholt", meint Wolfgang Schwanitz, doch findet er es interessant, im Rückblick noch einmal nachzuprüfen, ob die Analyse der amerikanischen Politik und die Einschätzungen des Autors, was die Auswirkungen eines bis zum Erscheinen des Buches noch nicht stattgefundenen Irak-Krieges angehen, "Bestand" haben. Insgesamt kritisiert der Rezensent, dass der Autor dazu tendiert, gerade das "Schwarz-Weiß-Denken" zu pflegen, das er den Amerikanern in seiner Arbeit vorwirft. Schwanitz beklagt das Fehlen von "alternativen Ansätzen" bei der Beurteilung der Politik der USA und findet auch, dass Funke zum Teil widersprüchliche Positionen vertritt. So fordere er z. B. von den USA einerseits, die Hände vom Nahost-Konflikt zu lassen, andererseits Einmischung, damit der Konflikt nicht gänzlich eskaliere, so der Rezensent etwas irritiert. Insgesamt sieht Schwanitz zu seiner Erleichterung die Befürchtungen des Autors hinsichtlich eines drohenden Irak-Krieges nicht eingetreten, was für ihn allerdings die Überzeugungskraft von Funkes Argumentationen nicht gerade erhöht.
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