Die Königin und der Kalligraph
Kurzgeschichten

Manesse Verlag, Zürich 2024
ISBN
9783717525615
Gebunden, 224 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
Aus dem Französischen von Gerhard Meier. Moussa Abadi wurde im jüdischen Viertel von Damaskus geboren und wuchs in Frieden und Freiheit auf. In seinem berührenden Erzählband beschreibt er diese Welt von Gestern - Damaskus in der kurzen Phase vom Ende des Osmanischen Reichs 1918 bis zur französischen Besatzung am Beginn der 1920er-Jahre. Wir erfahren vom Leben der jüdischen Gemeinde und von deren friedlicher, ja brüderlicher Koexistenz mit Angehörigen anderer Religionen. So wird dieses Erinnerungsbuch zu einer in der Vergangenheit angesiedelte Utopie, zur Feier des brüderlich-harmonischen Zusammenlebens von Christen, Juden und Muslimen.
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Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 10.07.2024
Mit viel Freude liest Rezensent Christoph Haacker diese"kostbare Geschichtenbuch aus der Vergangenheit", in dem Moussa Abadi über seine Kindheit im jüdischen Viertel in Damaskus erzählt. Abadi zeichnet darin das Bild von einer friedlichen Koexistenz zwischen Juden und Muslimen, von einer "durchgebrannten schönen Jüdin" und einem König mit selbst erdachtem Königreich Rodwani, lesen wir. Doch auch die Zeit unter der französischen Besatzung, die sehr blutig ab 1920 in Syrien herrschte, thematisiert Abadi in seinen Erinnerungen, erklärt Haacker. Das Buch wirke heute in Zeiten des wieder entflammten Israel-Palästina-Konflikts brandaktuell, worauf Rafik Schami in seinem "ausgezeichneten Nachwort" eingehe, lobt der Kritiker. Letztlich zeige das Buch, dass eine friedliche Ko-Existenz, die jüdische Intellektuelle schon in Abadis Zeiten einforderten, möglich sei - "welcher Ungeist" muss dafür überwunden werden, seufzt der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.06.2024
Ein Buch, das Hoffnung macht, hat Moussa Abadi - im Original im Jahr 1993 - geschrieben, freut sich Rezensentin Amira El Ahl. Der Autor erweckt darin, erfahren wir, die Welt seiner Jugend zum Leben: den Alltag des syrischen Damaskus im frühen 20. Jahrhundert, wo er selbst im jüdischen Viertel aufwuchs, zu einer Zeit, als die verschiedenen Religionsgemeinschaften noch friedlich nebeneinander lebten. So enthält das Buch, fährt El Ahl fort, unter anderem eine Geschichte über die Freundschaft des Urgroßvaters des Autors mit Beduinen. Man lernt viel aus diesem Buch, und man sollte es, empfiehlt die Rezensentin, am besten an einem Stück lesen. Für El Ahl halten Abadis Erinnerungserzählungen die Hoffnung auf zukünftigen Frieden und Koexistenz in Syrien aufrecht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.05.2024
Rezensent Moritz Baumstieger träumt mit Moussa Abadis Erinnerungen an das jüdisch geprägte Damaskus seiner Kindheit von einer humanistischen Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlichen Glaubens gleichberechtigt miteinander leben können. Nicht zuletzt Rafik Schamis hoffnungsvolle Begleitworte zu dem erstmals auf Deutsch erscheinenden Band über das versunkene Syrien von Anfang 1900 lassen Baumstieger die Geschichten aus dem jüdischen Viertel als "rückwärtsgewandte Vision" lesen, auch wenn Abadi nicht nur von berühmten jüdischen Intellektuellen berichtet, sondern ebenso liebevoll von jüdischen Tagedieben und Wendehälsen.