Mit Beiträgen in englischer Sprache. Aus Anlass des "Adorno-Jahres" 2003 luden das Institut für deutsche Geschichte an der Universität Tel Aviv und die Heinrich-Böll-Stiftung Tel Aviv deutsche und israelische Forscher verschiedener Disziplinen zu einer Konferenz, die einer Auseinandersetzung mit Person und Werk Theodor W. Adornos (1903-1969) gewidmet war. Zugleich bot sich damit auch die Gelegenheit, den Philosophen in Israel, wo er bislang im Vergleich zu anderen Vertretern der Frankfurter Schule verhältnismäßig wenig bekannt war, einem breiteren Publikum vorzustellen. Schwerpunkte der Vorträge und der Diskussion waren Adornos Kunstsoziologie, Erkenntnistheorie, Erziehungsethik sowie Gesellschaftskritik.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2005
Einer "sehr speziellen Episode" von Adornos Wirkungsgeschichte, nämlich seiner Rezeption beziehungsweise seiner Nichtrezeption in Israel widmet sich nach Auskunft des "mim." zeichnenden Rezensenten dieser von Moshe Zuckermann herausgegebene Band, der aus einer Adorno-Tagung in Tel Aviv hervorgegangen ist. "Bemerkenswert" erscheint dem Rezensent die These, mit der Zuckermann in der Einleitung aufwartet. Demnach habe die hegemoniale Stellung des Zionismus die Aneignung der kritischen Theorie blockiert, obwohl die Protagonisten der frühen "Frankfurter Schule" durchweg Juden waren. Zuckermann sehe Adornos Philosophie gewordene Verzweiflung über "Auschwitz" als inkompatibel mit der Ideologie des Zionismus. Die dreizehn Beiträge des Bandes befassen sich vor allem mit Adornos Kunstphilosophie, seiner Erkenntnistheorie und Gesellschaftskritik. Doch trotz substanzreichen Erträgen der israelischen Tagung, resümiere Zuckermann resigniert, wurde die Grundtendenz des deutschen Adorno-Jahres: die Historisierung von Adornos Denkens, auch in Tel Aviv "nicht konterkariert".
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