Von der Schwierigkeit, geistige Arbeit rechtlich zu sichern Das Copyright ist unter Beschuss. Ob Filesharing oder Google, neue technische Erfindungen und Akteure bringen in Bedrängnis, was einstmals als Wert der geistigen Arbeit rechtlich gesichert worden ist. Doch ist das neu? Monika Dommann zeigt in ihrer Studie, dass es schon immer einen Konflikt zwischen Autoren und Apparaten gab. Sie schildert die Entwicklung in den USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien und arbeitet an zwei exemplarischen Fällen, Fotokopie und Musikaufnahme, die komplexe Gemengelage der Rechte und Interessen aller Beteiligten von 1850 bis heute heraus. Ihr Buch zeigt, wie alt die neuen Probleme sind und wie fragil der rechtliche Schutz geistigen Eigentums ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2014
Monika Dommanns Geschichte des Copyrights hat Philipp Theisohn sichtlich beeindruckt. Die Habilitationsschrift der Historikerin führt ihm die Komplexität dieser Geschichte, in der es keinen "eindeutigen Frontverlauf" gibt, überzeugend vor Augen. Deutlich wird für ihn, dass sich die Vorstellung des geistigen Eigentums im Verlauf der Geschichte zunehmend vom Modell der Autorschaft entfernt hat. Er attestiert Dommann, die diversen Urheberrechtskonkretionen wie zum Beispiel die Zwangslizenz, das Prinzip des "Fair use", die GEMA-Gebühren klug auf ihre gemeinsamen Ursprünge hin zu untersuchen. Auch wenn die Autorin zum Bedauern des Rezensenten keinen "Weg in die Zukunft" aufzeichnen möchte, verweigere sie sich nicht den aktuellen Konflikte und Debatten. Theisohn Fazit: ein Werk, das Orientierung vermittelt bei einem unübersichtlichen, komplexen Thema.
Monika Dommann untersucht in ihrer Habilitationsschrift "Autoren und Apparate" die Geschichte des geistigen Eigentums, berichtet Rezensentin Anne Kunze. Auch wenn sich das Recht immer neuen Medien und Gesellschaftsformen anpassen musste, im Kern existiert der Streit zwischen Urhebern und Verbrauchern bereits seit mehr als zweihundert Jahren, lernt die Rezensentin. Eine der größten Schwierigkeiten ist es, von dem Genie- und Schöpfergedanken des achtzehnten Jahrhunderts wegzukommen, der eine naive Vorstellung von Kreativität nahelegt und dem schreibenden, malenden oder sonst wie schaffenden Menschen allein seine Erzeugnisse zuspricht, erklärt Kunze. Wenn man allein die Seite der Produktion betrachtet, müsste die Verfügbarkeit des Materials aber das oberste Gebot sein, erfährt die Rezensentin von Dommann - wenigstens in der Wissenschaft plädiert die Autorin deshalb für open access, verrät Kunze.
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