Tamar Verete-Zehavi

Aftershock

Die Geschichte von Jerus und Nadira. Ab 12 Jahre
Cover: Aftershock
cbj Verlag, München 2009
ISBN 9783570160084
Gebunden, 205 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Eldad Stobezki und Mirjam Pressler. Jerus ist 17 und Israelin. Nadira ist 18 und Palästinenserin. Sie leben nicht weit voneinander entfernt, treffen sich aber nur einmal in einem Supermarkt in Jerusalem, an dem Tag, als Nadira ihren Sprengstoffgürtel zündet. Auch die 15-jährige Ella ist dabei, als die Bombe hochgeht. Doch anders als ihre beste Freundin Jerus überlebt sie. In "Aftershock" schildert Ella, wie das Attentat sie, das einst lebenslustige Mädchen, verändert. Sie erzählt von Schuldgefühlen gegenüber Jerus, von Angst und Hass, jenen Gefühlen, die verhindern, dass sie normal weiterleben kann. Erst als sie mit Hilfe eines arabischen Freundes Kontakt zu der Familie der Attentäterin aufnimmt, beginnt Ellas Heilung. Denn Trauer, Verzweiflung und Unverständnis finden sich auf beiden Seiten.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009

In einer Doppelbesprechung von zwei im Nahen Osten von heute spielenden Jugendromanen kann Reinhard Osteroth dem Buch von Tamar Verete-Zehavi zu seiner Enttäuschung nichts abgewinnen. Die israelische Autorin erzählt aus der Perspektive der jungen Israelin Ella, die bei einem palästinensischen Selbstmordattentat eine Freundin verloren hat und die selbst verletzt im Krankenhaus liegt. Schon die Übersetzung des Titels will dem Rezensenten etwas missglückt erscheinen und er findet, dass es Verete-Zehavi dann auch nicht gelingt, die "Nachbeben" der schrecklichen Tat überzeugend zu schildern. Zudem bleiben in den Augen Osteroths auch sämtliche Nebenfiguren des Romans "seltsam blass" und der junge Araber, mit dem sich Ella im Krankenhaus anfreundet, erscheint ihm als allzu bemühte Konstruktion, die die Autorin als Mittel der Verständigung inszeniert. Hinzu kommen belanglose und redundante Dialoge und so ist die Enttäuschung des Rezensenten komplett.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.03.2009

Ein "unglaublich dichtes Buch" habe Verete-Zehavi geschrieben, findet Rezensentin Birgitt von Maltzahn, in dem die 14-jährige Israelin Ella einen Selbstmordanschlag selbst knapp überlebt und den Verlust ihrer Freundin versucht zu verarbeiten. Aus dem Teufelskreis von Angst, Ohnmacht und Wut, von dem die Menschen in ihrer Region geprägt sind, versucht das Mädchen auszubrechen, indem sie Kontakt aufnimmt zur Attentäterin, der Palästinenserin Nadira. Der Autorin gelinge es, die Gefühle beider Mädchen und somit beide Seiten des Konflikts darzustellen, bemerkt die Rezensentin eingenommen, in diesem Roman "erfährt man viel mehr über den Nahost-Konflikt als aus den täglichen Nachrichten".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.03.2009

Thomas Binotto lobt diesen Jugendroman von Tamar Verete-Zehavi in den höchsten Tönen. Die in Jerusalem lebende Autorin wagt sich in ihrem Roman um die 14-jährige Ella, deren beste Freundin bei einem Terroranschlag ums Leben kommt, während sie selbst verletzt ins Krankenhaus kommt, an große Themen heran, findet der Rezensent. Erste Liebe, der Umgang mit einem Trauma und nicht zuletzt der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern werden in diesem Buch behandelt, was Verete-Zehavi zur Überraschung des begeisterten Rezensenten großartig gelingt. Besonders hoch rechnet Binotto ihr an, dass sie weder Zuflucht bei "Sozialkitsch" sucht, noch mit allzu "großen Gefühlen" in ihrem Buch auftrumpft, und das macht in seinen Augen dieses Buch auch so glaubwürdig.

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