Aus dem Englischen von Christiane Buchner und Martina Tichy. "Nichts auf die Beine gestellt." Ein kleiner, verzweifelter Satz, geflüstert von einem Mann, der glaubt, auf der ganzen Linie versagt zu haben. Der sich zwei Tage später das Leben nimmt. Dies ist das Buch seiner Tochter, Miriam Toews, mit dem sie beweisen möchte, dass er sich getäuscht hat. Siebzehn Jahre alt war Melvin Toews, als bei ihm manische Depression diagnostiziert wurde. Sein Arzt riet ihm davon ab zu heiraten, eine Familie zu gründen. Doch genau das tat er. Er heiratete Elvira, zog die Töchter Marjorie und Miriam groß und arbeitete vierzig Jahre als Grundschullehrer. Und er schwieg. Während er in der Schule für seine witzige, schwungvolle Art, für seine kräftige Stimme bekannt war, sprach er zuhause nicht. Kurz nach seiner Pensionierung, am 13. Mai 1998, ging er hinaus, lief zu einem Café nahe den Gleisen und nahm sich das Leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.04.2013
Nicht von dem deutschen Titel "Mr. T., der Spatz und die Sorgen der Welt" abschrecken lassen!, rät Rezensentin Sylvia Staude, die hier alles andere als ein spaßiges "Dönkes-plus-Lebensrat-Büchlein" gelesen hat. Vielmehr empfiehlt die Kritikerin Miriam Toews' Erinnerungen an ihren manisch-depressiven Vater Mel als außergewöhnliches und "herzzerreißendes" Buch, das lange nachhallt. Sie erfährt nicht nur, wie der Vater stets auf ein Wunder hoffte, bis er schließlich doch kurz vor seinem 63. Geburtstag Selbstmord beging, sondern auch wie die Krankheit sich auf das familiäre Leben auswirkte. Schon ein Spatz, der einem Zaunkönig den Weg zum Nest versperrte, konnte den Mann, der seinen Lehrberuf mit Bravour meisterte, zur Verzweiflung bringen, informiert die Rezensentin. Insbesondere bewundert Staude das Vermögen der Autorin, sich derart feinfühlig in den Vater hineinzuversetzen, dass sie des Öfteren vergisst, dass Mel Toews dieses Buch nicht selbst geschrieben hat.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Eva Menasse: Alleinruhelage Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.… Ingo Schulze: Das Wasser im August Eingeladen zu einer Lesung aus seinem unfertigen Manuskript, fährt der Erzähler nach Mecklenburg. Eine Landschaft mit weitem Horizont und Wolken, die tief über die Seen ziehen.…