Aus dem Französischen von Doris Heinemann. "Du bist nicht so wie andere Mütter" - Von klein auf weiß Delphine, dass ihre Mutter talentierter, schöner, unkonventioneller ist als andere. Wie wenig diese jedoch dem Leben gewachsen ist, erkennt die Tochter erst als Erwachsene. Warum hat Lucile sich für den Freitod entschieden? Diese Frage treibt Delphine seit dem Tag um, an dem sie ihre Mutter tot aufgefunden hat. Sie trägt Erinnerungsstücke zusammen, spricht mit den Geschwistern ihrer Mutter, mit alten Freunden und Bekannten der Familie. Es entsteht das Porträt einer widersprüchlichen und geheimnisvollen Frau, die ihr ganzes Leben auf der Suche war nach Liebe, Glück und nicht zuletzt nach sich selbst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2013
Rezensentin Lena Bopp weiß Delphine de Vigans autobiografischen Bericht über ihre Mutter zu schätzen, auch wenn ihr der deutsche Titel des Buchs irreführend erscheint. Eindrucksvoll beschreibe die französische Schriftstellerin das Schicksal ihrer Mutter: von den gescheiterten Versuchen, als Autorin Fuß zu fassen, von Kindheit, bipolarer Störung, Aufenthalten in Kliniken, vom Entzug der elterlichen Sorge für ihre Kinder, vom Verlust des Arbeitsplatzes und nicht zuletzt vom Suizid der Mutter. Bopp sieht in dem Buch zugleich die Suche der Autorin nach den Gründen für ihr eigenes Schreiben abgebildet. Sie hebt den Wechsel der Erzählperspektive zwischen der ersten und der dritten Person hervor, und sie lobt den gekonnten Spannungsbogen, der durchgehend hält.
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