Miriam Toews

Kleinstadtknatsch

Roman
Cover: Kleinstadtknatsch
Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783827007315
Gebunden, 272 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Christiane Buchner. 1500 Einwohner hat Algren und genau so muss es auch bleiben. Ein Einwohner weniger und Algren wäre keine Stadt mehr, ein Einwohner mehr und es wäre womöglich nicht mehr die kleinste. Denn Premierminister John Baert wird am 1. Juli, dem kanadischen Nationalfeiertag, der kleinsten Stadt Kanadas einen Besuch abstatten, und Algrens Bürgermeister Hosea Funk ersehnt insgeheim nichts so sehr wie diesen Besuch - hat seine Mutter ihm doch auf dem Sterbebett anvertraut, John Baert sei sein Vater. Wie aber soll man die Einwohnerzahl halten, wenn die Geburt von Drillingen droht, Knute und ihre Tochter Summer Feelin? in den Schoß der Familie zurückkehren, der lang verschollene Max plötzlich wiederauftaucht und Hoseas Sweetheart Lorna Garden beschließt, zu ihm nach Algren zu ziehen? Komisch und anrührend schildert Miriam Toews, wie Hosea sich mit allen Mitteln der steigenden Einwohnerzahl zu erwehren sucht (inklusive Verschiebung der Stadtgrenzen). Er rechnet, überschlägt, stellt neue Berechnungen an, und als dann der 95-jährige Leander Hamm schwer gezeichnet ins Krankenhaus eingeliefert wird, wird Hoseas Nächstenliebe auf eine harte Probe gestellt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2008

Die Rezensentin Eva-Elisabeth Fischer hat ihre helle Freude an der Lektüre von Miriam Toews Kleinstadtroman. Leichte Kost sei das, doch "so etwas liest jeder zwischendurch richtig gern". Worum geht's? Hosea Funk, der Bürgermeister von Algren will unbedingt den Preis "kleinstes Städchen in Kanada" gewinnen. Dann nämlich würde Algren vom Premierminister besucht werden, der angeblich der verschwundene, uneheliche Vater von Funk ist.  Alles kommt, wie es kommen muss, so die Rezensentin, die sich dennoch nicht gelangweilt hat. Das liegt wohl an der "absurden Arithmetik, von der die Handlung und ihre Personen bestimmt werden", so Fischer.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2007

Höchst erfreut zeigt sich Rezensent Reinhard Helling über Miriam Toews' zweiten Roman "Kleinstadtknatsch" von 1998, der nun in einer ausgezeichneten deutschen Übersetzung vorliegt. Das Werk scheint ihm eine echte Bereicherung für die kanadische Nationalliteratur. Im Mittelpunkt des Romans stehen seiner Darstellung zufolge eine Kleinstadt und ihre schrulligen Bewohner. Das Besondere daran: es ist die kleinste Kleinstadt Kanadas. Ein Einwohner weniger und sie wäre ein Dorf, einer mehr und sie wäre nur noch eine Kleinstadt von vielen. Dieser Besonderheit verdankt sich die Ankündigung des Premierministers zum Besuch am Nationalfeiertag, was den Bürgermeister der Stadt gehörig unter Druck setzt, will er doch die Einwohnerzahl bis dahin konstant halten, weswegen er penibel Buch führt über alle Geburten und Todesfälle. Helling hat bei der Lektüre oft herzlich lachen können. Gleichwohl stimmt ihn die "lustig-traurige" Geschichte aus der kanadischen Provinz immer wieder melancholisch. Er bescheinigt der Autorin, eine Reihe von Figuren geschaffen zu haben, denen man mit großer Anteilnahme folgt. Die auftretenden Personen sind in Hellings Augen vor allem Träumer, "denen auf der Leiter zum Glück nur ein paar Stufen fehlen".
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