Jane Urquhart

Die gläserne Karte

Roman
Cover: Die gläserne Karte
Berlin Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783827006486
Gebunden, 348 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence. Der junge Landschaftskünstler Jerome verbringt einige Monate auf einer winzigen Insel im Ontariosee. Er will beobachten, wie sich die archaische Schnee- und Eiswelt Kanadas unter dem nahenden Frühling verändert. Doch sein Idyll wird jäh erschüttert, als er im Eis die Leiche eines Mannes findet. Ein Jahr später steht Sylvia, die Geliebte des toten Mannes, vor seiner Tür. Während Jerome noch immer von dem Bild der Eisleiche verfolgt wird, trauert Sylvia um den einzigen Mann, den sie je geliebt hat. Bevor ihr die Vergangenheit unwiderbringlich entgleitet, will sie dem Fremden von Andrew und seiner Familie erzählen, die einst Holz den Sankt-Lorenz-Strom hinunterflößten und ein ganzes Imperium schufen. In diese Chronik ist zugleich die Geschichte eines Landes und einer Landschaft eingeschrieben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2007

Eine "Meisterin in der Schilderung von Seelenzuständen" nennt Franziska Bossy die kanadische Schriftstellerin Jane Urquhart. In dieser Hinsicht beeindruckt sie auch Urquharts Roman um einen Landschaftskünstler, der am Ontariosees einen erfrorenen Mann findet und ein Jahr später der ehemaligen Geliebten des Toten begegnet. Die Begegnung der Frau und des Künstlers, die Gespräche der beiden und die zwischen ihnen entstehende Nähe scheinen ihr überaus sensibel und intensiv geschildert, vor allem im ersten und im dritten Teil des Roman. Nicht ganz überzeugt hat sie hingegen der Mittelteil mit den Aufzeichnungen des erfrorenen Toten, seiner Familienbiografie einschließlich der Geschichte der kanadischen Siedler und der von ihnen betriebenen Holzindustrie. Bossy kritisiert, die Autorin falle hier in einen "rein deskriptiven Duktus", der mit der "dichten Gesprächsatmosphäre" des ersten Teils nicht mithalten könne. Dennoch lobt sie den Roman als "schöne Winterlektüre".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2007

Eine "Meisterin in der Schilderung von Seelenzuständen" nennt Franziska Bossy die kanadische Schriftstellerin Jane Urquhart. In dieser Hinsicht beeindruckt sie auch Urquharts Roman um einen Landschaftskünstler, der am Ontariosee einen erfrorenen Mann findet und ein Jahr später der ehemaligen Geliebten des Toten begegnet. Die Begegnung der Frau und des Künstlers, die Gespräche der beiden und die zwischen ihnen entstehende Nähe scheinen ihr überaus sensibel und intensiv geschildert, vor allem im ersten und im dritten Teil des Romans. Nicht ganz überzeugt hat sie hingegen der Mittelteil mit den Aufzeichnungen des erfrorenen Toten, seiner Familienbiografie einschließlich der Geschichte der kanadischen Siedler und der von ihnen betriebenen Holzindustrie. Bossy kritisiert, die Autorin falle hier in einen "rein deskriptiven Duktus", der mit der "dichten Gesprächsatmosphäre" des ersten Teils nicht mithalten könne. Dennoch lobt sie den Roman als "schöne Winterlektüre".

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