Margaret Atwood

Das Herz kommt zuletzt

Roman
Cover: Das Herz kommt zuletzt
Berlin Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783827013354
Gebunden, 400 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Monika Baark. Wer wohnt schon gern in seinem Auto? Zumal, wenn marodierende Banden die Stadt beherrschen? Stan und Charmaine, ein nettes, normales Paar, durch die Wirtschaftskrise in Not geraten, werden immer verzweifelter. Eine Anzeige verspricht Rettung: das Positron Project, ein "soziales Experiment", verspricht ein Leben in Sicherheit und geregelten Verhältnissen. Hastig unterschreiben sie, obwohl die Bedingungen eigenwillig sind - alle Bewohner der streng abgeschiedenen Stadt Consilience wechseln im Monatsturnus zwischen dem Status eines Gefangenen und dem eines Freien. Zunächst läuft alles bestens - auch wenn Charmaine und Stan, ohne dass der jeweils andere davon weiß, eine sexuelle Obsession für ihre Hauspartner entwickeln - also jene Leute, die ihr schmuckes Heim bewohnen, wenn sie selbst ihren Gefängnismonat absolvieren. Doch dann finden sich Charmaine und Stan durch einen "Buchungsfehler" in verschiedenen Zyklen wieder, und bald ist viel mehr gefährdet als nur ihre Ehe ...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.05.2017

Wie kaum eine andere hat sich Margaret Atwood dem Sujet des huis clos, der geschlossenen Gesellschaft, verschrieben, weiß Rezensentin Katharina Granzin Und erkennt dieses auch in Atwoods neuem Roman "Das Herz kommt zuletzt". In einem dem Hauptteil des Romans vorangestellten Kapitel wird eine Endzeitgesellschaft nach dem großen Wirtschaftscrash beschrieben aus der der Zustand, die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen die Protagonisten im Roman leben, resultiert, lesen wir. Leider bricht Atwood den Spannungsbogen, den sie im ersten Teil gekonnt aufbaut, mitten im Roman ab, sprengt den vorher eng gesteckten Handlungsrahmen, sodass das die Geschichte am Ende zur "surrealistisch-klamaukigen Gesellschaftssatire" verkommt, der die enttäuschte Rezensentin wenig abgewinnen kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.04.2017

Für Rezensentin Sylvia Staude ist Margaret Atwood eine Meisterin der Dystopien. Entsprechend erfreut liest die Kritikerin den neuen Roman, der ihr von dem arbeits- und wohnungslosen Pärchen Stan und Germaine erzählt, die nach einem Casting in eine bizarre Big Brother ähnliche Wohnsiedlung ziehen dürfen. Dort werden die Häuser nicht nur im Monatsrhythmus getauscht - einen Monat leben die Bewohner als Wärter, den darauffolgenden als Häftlinge - sondern bald auch die Sexualpartner, klärt Staude auf. Wie Atwood in diesem Thriller Fragen nach Schuld, moralischer Verantwortung und Mitläufertum hier mit viel Ironie und "schwarzem Humor" verknüpft, hat der Rezensentin gefallen.
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