Aus dem Russischen von Birgit Veit und Ganna-Maria Braungardt. Mit einem Essay von Erich Follath. Wer ist Michail Chodorkowski, dämonisiert von den einen, verklärt von den anderen? Kommunist und Kapitalist, Gewinner der Perestroika und berühmtester Häftling Russlands. Im Oktober 2003 wurde der Oligarch und Jukos-Chef verhaftet und in einem kafkaesken Prozess zu mittlerweile 14 Jahren Haft verurteilt. Man sagte ihm, Präsident Putin habe beschlossen, er solle acht Jahre lang "die Schleimsuppe" der Gefängnisse "löffeln". Seitdem sind sieben Jahre vergangen. Viel Zeit nachzudenken. Michail Chodorkowskis erstes Buch versammelt Briefe und Aufsätze des Unternehmers, des Politikers, aber auch des privaten Michail Chodorkowski. Sie zeichnen eine Entwicklung nach: vom erfolgsbewussten Mann, der "sich im Grunde nie um Ideologie gekümmert hat" zu einem Helden unserer Tage, der sagt: "Das Recht auf eine Chance ist das Wichtigste für alle Kinder Russlands. Für dieses Ideal würde ich mein Leben geben."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2011
So richtig traut der Rezensent dem Autor nicht über den Weg. Michail Chodokowski, ehemals reichster Mann Russlands, unter Putin bis heute berühmtester Häftling Russlands, zieht Bilanz und schaut in die Zukunft - seine eigene und die seines Landes. Ist er geläutert vom Egoismus des Oligarchen, wie er schreibt? Wunde Punkte in Sachen Justiz, Staat und Wirtschaft, meint Horst Bacia, trifft der Autor allemal. Doch das reicht ihm nicht, die Kritik des Dissidenten C. scheint ihm mitunter wie vom Küchentisch. Nach Chodorkowskis Freilassung werden wir's wissen, schreibt Bacia.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…