Michail Bulgakow

Meister und Margarita

Roman
Cover: Meister und Margarita
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2012
ISBN 9783869710587
Gebunden, 601 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Aus dem Russischen übersetzt und kommentiert von Alexander Nitzberg. Mit einem Nachwort von Felicitas Hoppe. Schon als Michail Bulgakowss Roman "Meister und Margarita" 26 Jahre nach dem Tod des Autors stark zensiert erstmals in den 60er Jahren erschien, lernten viele seiner Landsleute ihn auswendig; heimlich angefertigte Kopien der herausgestrichenen Stellen kursierten und die verhexte Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja der zentrale Handlungsort des Romans, von dem aus der Teufel namens Woland, der Riesenkater Behemoth und viele andere die Stadt Moskau auf den Kopf stellen wurde zur Pilgerstätte. Und bis heute ist die Zahl der Verehrer für den inzwischen in den Kanon der Weltliteratur als Geniestreich und Meisterwerk der russischen Moderne aufgenommenen Roman unendlich groß. Radikal modern übersetzt Alexander Nitzberg diese aberwitzige Satire.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2012

Für den Rezensenten Christoph Keller ist Michail Bulgakows unvollendeter Roman "Meister und Margarita", der schon bald nach Erscheinen zum Kultbuch wurde, ein "unverwüstliches" Meisterwerk von geradezu magischer Qualität. In seinen Augen ist es die "tiefe Menschlichkeit" und seine schillernde Hauptfigur, der Teufel selbst, die dem Roman seinen anhaltenden, über kulturelle und zeitliche Grenzen hinwegsteigenden Erfolg bescheren. Wenn er sich die Neuübersetzung des Lyrikers Alexander Nitzberg anschaut, ist seine Freude allerdings eine gemischte. Viel Lobenswertes hat der Rezensent gefunden. Er hebt anerkennend die Frische, das Freche und die Lebendigkeit hervor, die "Meister und Margarita" hier eingehaucht sind. Und trotzdem stellt er mit Unbehagen fest, dass sich der Übersetzer allzu frei über Sprachrhythmus und Stil des Originals hinweggesetzt hat. Aus dem Roman des, wie er meint, eher sprachkonservativen Bulgakow ein Schlüsselwerk der Moderne zu machen, findet Keller falsch. Er kritisiert, dass sich Nitzberg "Freiheiten herausnimmt", die ihm nicht zustehen. Überhaupt, statt getreu zu übersetzen habe Nitzberg eher umgedichtet, stellt der Rezensent fest und meint, das sei angesichts der Meisterschaft dieses Romans nun wirklich nicht nötig gewesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

Vorsicht, Teufelspakt! Vor diesem Roman wird in Russland neuerdings wieder gewarnt. Für Rezensentin Kerstin Holm klingt das allerdings nach Lektüreempfehlung. Vor allem, weil mit Alexander Nitzbergs Neuübersetzung nun endlich eine deutsche Fassung vorliegt, die nicht korrekt und langweilig linear wie die alte daherkommt, sondern lyrisch, das Quecksilbrige des Originals abbildend, wie Holm erfreut feststellt. Dazu hat der Übersetzer Leitmotive für das Personal entwickelt, lange Sätze aufgebrochen und exzentrische Sprachbilder gesucht und gefunden, erklärt der Rezensent, so dass der Leibhaftige schön diabolisch durch das Buch geistern kann und den Leser das irre Moskauer Lebensgefühl (damals wie heute) funkelnd spüren lässt, auch das hat Holm leibhaftig erfahren.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.09.2012

Michail Bulgakows Buch "Meister und Margarita" gilt als der meistgelesene russische Roman des letzten Jahrhunderts und avancierte bei der russischen Jugend bald zum Kultbuch, informiert Rezensent Friedrich Wilhelm Graf. Der Roman, der sich im Wesentlichen mit religiösen Initiationsriten und Konzepten der Selbstbildung des Menschen auseinandersetzt, so der Kritiker, sei im Jahre 1966 nur zensiert erschienen. Mit viel Lob bespricht Müller die Übersetzung des Lyrikers Alexander Nitzberg, der nun den vollständigen Text ins Deutsche übertragen hat und dabei Bulgakows bewundernswerter "sprachschöpferischer Leistung" und der Komplexität seiner Erzählweisen gerecht werde. Darüber hinaus gelinge es Nitzberg, Bulgakows Sprachreichtum und Beschreibungsdichte so zu übertragen, dass die Vielzahl an politischen und religiösen Deutungen, die der Text erfuhr, nicht begrenzt wird, lobt Müller. Eine Leseempfehlung also auch für die, die den Roman schon in anderer Fassung gelesen haben.
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