Band 13 der Arbeitergeschichtsreihe schließt an Michael Schneiders "Unterm Hakenkreuz" an, der sich mit der Zeit von 1933 bis 1939 beschäftigt. Arbeiter hatten für die Kriegsführung des "Dritten Reiches" zentrale Bedeutung. Sie wurden umworben und zugleich reglementiert von der nationalsozialistischen Politik, die sie teilweise mittrugen, aber auch unterliefen, um ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Während Millionen von Fremd- und Zwangsarbeitern unter elenden Bedingungen arbeiten mussten, sollten die deutschen Arbeiter und Arbeiterinnen zu leistungswilligen Gliedern der "Volksgemeinschaft" geformt werden. Gelang das den Nationalsozialisten? War die deutsche Kriegsgesellschaft überhaupt eine "Volksgemeinschaft"? Hat die nationalsozialistische Politik tatsächlich eine "Modernisierung" der deutschen Gesellschaft bewirkt? War der politische Widerstand aus der unterdrückten und ins Exil getriebenen Arbeiterbewegung ein Widerstand ohne oder gar gegen "das" Volk?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2015
Rainer Blasius ist neugierig auf die Rolle der Arbeiterschaft und der Arbeiterbewegung im Widerstand gegen Hitler. Michael Schneiders Buch bietet ihm in dieser Hinsicht eine detaillierte sozialgeschichtliche Untersuchung, gelockert durch Kurzbiografien über Arbeiter und Gewerkschafter, wie der Rezensent schreibt. Die erhebliche Materialfülle erschließt sich dem Rezensenten durch "exzellente" Register. Der für Blasius wichtigste Teil des Bandes widmet sich der Arbeiterbewegung im Exil und Untergrund. Der Rezensent erfährt, warum der Arbeiterwiderstand auf wenig Interesse stieß und dass Frauen Anteil am politischen Widerstand im Exil hatten.
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