Die traditionelle Militärgeschichtsschreibung war die Geschichte der Strategie, der Schlachten und der Helden, der tragischen wie der strahlenden. Seit einigen Jahren nimmt sie sich aber auch der "Heimatfront", der Bevölkerung im Krieg an. "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg" ist das konkurrenzlose Standardwerk, das nun in bewährter Weise das Thema "Gesellschaft im Krieg" behandelt. Hier schreiben die führenden Experten für die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs über alle Aspekte der deutschen Gesellschaft, einschließlich der besetzten Länder, in den Jahren 1939 bis 1945. Thematisiert werden unter anderem die Herrschaft der NSDAP, der Alltag im Bombenkrieg, der militärische Widerstand und die Mobilisierung der Menschen durch die Propaganda.
In höchsten Tönen lobt der Historiker Hans-Ulrich Wehler diese beiden Bände, in denen seine Kollegen vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt eine "imposante" Bilanz ihrer Forschungen präsentieren. Als einen "Höhepunkt an empirischer Leistung, abwägender Interpretation und konkreter Wissensvermittlung" würdigt Wehler diese beiden Konvoluten, die seiner Meinung nach auf absehbare Zeit konkurrenzlos dastehen werden. In verschiedenen Beiträgen, informiert der Rezensent, gehen die Autoren der allem zugrunde liegenden Frage nach, was bei dieser deutschen Gesellschaft die Energie erzeugte, um über sechs Jahre den Kontinent in Schutt und Asche zu legen, woher diese Mordbereitschaft rührte. Von den Themen der Beiträge, die Wehler allesamt ganz ausgezeichnet findet, führt Wehler die Penetrationsleistung der NSDAP auf, die Arbeitslager, die Verbindung von Ostkrieg und Holocaust, die politische Mentalitätsgeschichte, der militärische Widerstand, der Nationalismus und der Bombenkrieg. Zum Schluss hat der glückliche Rezensent nur noch einen Wunsch: "Wie erquicklich wäre es, wenn der Verlag diese imposanten Bände in zehn, zwölf Paperbacks zu einem erschwinglichen Preis dem Interessenten zugänglich machen würde!"
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