Michael Göring

Dresden

Roman einer Familie
Cover: Dresden
Osburg Verlag, Hamburg 2021
ISBN 9783955102432
Gebunden, 300 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Fabian reist 1975 zum ersten Mal nach Dresden. Er kommt bei Freunden der Eltern unter. Der Student aus Köln will sehen, ob das Leben in der "Ostzone" wirklich so schlecht ist, wie sein Vater immer behauptet. Fabian freundet sich schnell mit Gleichaltrigen in Sachsen an und verliebt sich Hals über Kopf in Anne. Diese Verwirrung der Gefühle wird rasch eingeholt vom Alltag im geteilten Deutschland, und als Fabian ein Jahr später erneut nach Dresden reist, ist Anne verheiratet und hat ihren Sohn Leo zur Welt gebracht. Was trotz des Eisernen Vorhangs eine große Liebe hätte werden können, entwickelt sich über die Jahre zu einer tiefen Freundschaft. Fabian kommt fast jedes Jahr, sucht Annes Nähe, erlebt, wie ihr Bruder Kai durch die Elbe schwimmend in den Westen will und scheitert. Während Kai sich im Hass auf das DDR-Regime der Familie entzieht, ist dessen Vater Ekki weiterhin davon überzeugt, dass die DDR reformfähig ist. Am 1. Oktober 1989 sitzt Kai im Zug von Prag nach Hof, und Fabian trifft sich mit Anne in Ostberlin.Michael Göring schreibt eine Liebeserklärung an eine Dresdener Familie und erzählt von den entscheidenden Jahren von 1975 bis 1989. Eine Familiengeschichte, in der auch beim Westbesucher einiges in Unordnung gerät.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2021

Rezensent Stefan Locke erfährt allerhand über die Zustände in der DDR zwischen 1970 und Herbst 1989 in Michael Görings Roman über zwei Kölner Studenten, die den Osten erkunden und dort Anschluss finden. Dass der Autor in den 1970er und 80ern selbst oft in Dresden zu Besuch war, kommt dem Buch laut Locke zugute. Doch nicht nur die Alltagsatmosphäre im Text scheint ihm stimmig, auch die Aufbruchsstimmung in der frühen Ära Honecker, das kulturelle Leben, die Angst vor der Stasi und den Trotz vieler Ostdeutscher und ihren Stolz auf die eigenen Leistungen fängt Göring gelungen ein und liefert damit nicht zuletzt Erklärungen für die Entwicklungen der Gegenwart (Pegida, AfD etc.), meint Locke. Besonders aufschlussreich findet er die Gespräche zwischen Ost- und Westdeutschen im Buch.
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