Michael Braun (Hg.), Michael Buselmeier (Hg.)

Der gelbe Akrobat

100 deutsche Gedichte der Gegenwart
Cover: Der gelbe Akrobat
Poetenladen, Leipzig 2009
ISBN 9783940691088
Gebunden, 360 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Das Gedicht als Gesprächspartner: Michael Braun und Michael Buselmeier haben 100 deutschsprachige Gedichte der Gegenwart ausgewählt und kommentiert. Dabei bilden biografische und persönliche Aspekte häufig den Einstieg und wecken Neugier auf das Gedicht - fern jedem akademischen Gestus. Fast beiläufig geben die Kommentare einen Einblick in die Gegenwartsdichtung. Hierzu gehören formanalytische und poetologische Annäherungen, Gedanken zum politischen oder experimentellen Gedicht und Überlegungen zur grundsätzlichen Frage, was Lyrik heute noch zu leisten vermag. Mit Beiträgen von Ilse Aichinger, Hans Bender, Volker Braun, Kurt Drawert, Hans Magnus Enzensberger, Durs Grünbein, Ernst Jandl, Dieter M. Gräf, Peter Handke, Michael Krüger, Lutz Seiler, Peter Rühmkorf und Uljana Wolf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.01.2010

Gedichte wie bekömmliches Schwarzbrot. Tobias Lehmkuhl schmeck's, was die beiden Herausgeber an Meistern sowie Randexistenzen deutscher Lyrik aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihrer eher unkonventionellen Lyrikanthologie versammelt haben. Abseits von Rezensionsroutinen, aber auch von germanistischer Feinstarbeit bewegen sich die Interpretationen, erklärt Lehmkuhl und findet es in Ordnung, einen Text auch mal einfach schlecht zu finden. Der besondere Reiz des Bandes liegt für ihn in der Publikation des kuriosen Funds, der spontanen Neuentdeckung jenseits des Kanons und durchaus auch der üblichen ästhetischen oder politischen Prinzipien.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2009

Wäre er ein Rigorist, würde Wulf Segebrecht zum Einstampfen raten. Gedichttexte und Druckfehler vertragen sich wie Öl und Wasser, findet er. Weil Segebrecht sich zu den Kompromisslern zählt und der Band von Michael Braun und Michael Buselmeier abgesehen von einem ordentlichen Korrektorat eigentlich alles hat, was Segebrecht von einer solchen Anthologie erwartet, bleibt er  cool und empfiehlt das Buch. Die Auswahl findet er überzeugend und die Kommentare, mal generelle Charakterisierungen von Autor und Werk, mal reine Texterläuterungen, als Eröffnung "sehr variabler Wege" zu den Gedichten ebenso. Beim Lesen fühlt sich Segebrecht unterhaltsam und kenntnisreich mit lesenswerter Gegenwartslyrik und ihren Verursachern bekannt gemacht.
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