Maxim Leo

Wo wir zu Hause sind

Die Geschichte meiner verschwundenen Familie
Cover: Wo wir zu Hause sind
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2019
ISBN 9783462050813
Gebunden, 368 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Die wahre Geschichte einer jüdischen Familie, die auf der Flucht vor den Nazis in alle Winde zerstreut wurde, und deren Kinder und Enkel zurückfinden nach Berlin, in die Heimat ihrer Vorfahren. Nach Israel gingen Irmgard und Hans, zwei Berliner Jura-Studenten, die 1934 ins gelobte Land auswanderten und in einem Kibbuz unweit der Golan-Höhen ihre Kinder großzogen. In England trifft Maxim Leo die Familie von Hilde, die als Schauspielerin in kleinen Theatern arbeitete und in jungen Jahren Fritz Fränkel heiratete, Gründer der KPD, Freund Walter Benjamins, mit dem sie nach Frankreich emigrierte. Später floh Hilde mit ihrem Sohn nach London, wo sie es bis zur Millionärin brachte. In Frankreich wohnt Leos Tante Susi, deren Mutter Ilse im Internierungslager Gurs ihre große Liebe kennenlernte und bis zum Kriegsende im Untergrund lebte. Auf der Suche nach der Vergangenheit seiner Familie entdeckt Maxim Leo eine Zusammengehörigkeit, die keine Grenzen kennt. Und auch seine Cousins und Cousinen, die Enkel von Irmgard, Hilde und Ilse, spüren eine seltsame Verbindung zu ihrer verlorenen Heimat. Es zieht sie zurück nach Berlin, in die Stadt ihrer Vorfahren, die sie neu entdecken und erfahren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.03.2019

Rezensent Helmut Böttiger liest aus Maxim Leos bewegter und bewegender Familiengeschichte Hoffnung heraus. Dass sich die Enkelgeneration der mit Holocaust und Flucht konfrontierten Familienmitglieder über das Internet vernetzen und nach Berlin zurückkehren, scheint ihm bemerkenswert. Leos Buch befasst sich vor allem mit den Biografien dreier Frauen, die im Exil jeweils ein neues Leben beginnen konnten, mit Leos Großtante und ihrer beiden Cousinen. Die Recherche des Autors führt Böttiger zu unbeschwerten Jahren ins Berliner Umland, zu Waldmeisterlimo, in die Berliner Boheme, zur Gründung der KPD und schließlich über Paris nach Israel und in die DDR. Leos Sprache scheint Böttiger mitunter allzu dezent, die Konzentration auf drei Lebenswege findet er allerdings sinn- und effektvoll.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.02.2019

Anja Maier trifft Maxim Leo und lässt sich von ihm den Entstehungsmoment seines Familienromans nacherzählen. Das auf ein Familientreffen zurückgehende Buch erzählt laut Maier anhand dreier Frauenschicksale von Flucht und Lagerhaft während der NS-Zeit, als Leos jüdische Familie emigrieren musste und sich in alle Himmelsrichtungen auflöste. Maier bewundert die perfekte Schreibe, den dramaturgisch klugen Aufbau und wie die Geschichte den Leser emotional fesselt. Für sie ein bewegendes Lehrstück über politisch gelenkte Lebenswege, über Opportunismus und Mut, das ihr höchst aktuell erscheint.
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