Christoph Schlingensief

Ich weiß, ich war's

Cover: Ich weiß, ich war's
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2012
ISBN 9783462042429
Gebunden, 304 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

"Die Bilder verschwinden automatisch und übermalen sich so oder so! Erinnern heißt: vergessen! (Da können wir ruhig unbedingt auch mal schlafen!)" Mit diesen Worten überschrieb Christoph Schlingensief den letzten Eintrag in seinem "Schlingenblog". Erinnern - das war für Schlingensief kein sentimentaler Vorgang, sondern ein Akt der Befreiung, um Platz für Neues zu schaffen. Und so setzte er nach der Veröffentlichung von "So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein", dem vielgelesenen und vieldiskutierten Tagebuch einer Krebserkrankung, das Prinzip fort, seine Gedanken zur Kunst, seine Selbstbefragungen und Erinnerungen auf Tonband festzuhalten. Nicht um sich zurückzuziehen oder um Abschied zu nehmen, sondern um sich zurück ins Leben zu katapultieren. In "Ich weiß, ich war's" erinnert er sich an seine Kindheit in Oberhausen und seine Anfänge als Filmemacher, an schwierige und an erfüllende Stationen seines Künstlerlebens in Berlin, Wien, auf dem afrikanischen Kontinent - sowie nicht zuletzt an seine Erlebnisse auf dem grünen Hügel Bayreuths. Und "Ich weiß, ich war's" zeigt einen Christoph Schlingensief, der voller Tatendrang am Leben teilnimmt, mal humorvoll, mal selbstkritisch, immer aber leidenschaftlich und mit Blick nach vorn.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2012

Allzu groß ist der Ertrag dieser Lektüre für Dirk Pilz offenbar nicht. Jedenfalls scheint er nur bestätigt zu finden, was er schon wusste: Christoph Schlingensief war ein Mensch der Widersprüche und zwar ein bekennender. Dass der von Aino Laberenz herausgegebene Band kein rundes Resümee oder auch nur einen chronologischen Lebensabriss darstellt, wundert Pilz also nicht. Was er liest, strotzt vor Sprüngen, Lücken, Ungereimtheiten, ein Sammelsurium von Fotos, Interviews und persönlichen Erinnerungen, die Pilz aber auch sehr unterhaltsam und anschaulich findet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.11.2012

Für Volker Corsten ist das Buch dann doch eine klassische Rückschau geworden, gleich ob Schlingensief bzw. Aino Laberenz das so wollte. Macht auch nichts, meint er, ist doch gut so. Und hält sich an die vom Tonband transkribierten Gedanken, die Interviews und Nachlasssachen wie an einen Freund, der da nochmal, milder und sachlicher werdend vielleicht (ab August 2009, ein Jahr vor seinem Tod also), wie Corsten denkt, Rückschau hält auf sein Leben, manchmal diffus, manchmal lustig, oder präzise die Gesellschaft und auch die Familie um sich herum betrachtend.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.10.2012

Fasziniert zeigt sich Till Briegleb von Christoph Schlingensiefs Autobiografie "Ich weiß, ich war's". Wie er berichtet, hat Schlingensiefs Ehefrau die auf Band gesprochenen fragmentarischen Lebenserinnerungen des 2010 verstorbenen Regisseurs, Autors und Aktionskünstlers mit Interviews, Blogeinträgen und Funden aus dem Nachlass zusammengestellt. Eine chronologische Biographie ist dabei nicht wirklich herausgekommen, aber die vermisst Briegleb auch nicht. In dieser Autobiografie spiegelt sich für ihn vielmehr das Sprunghafte, Assoziative, Disparate, die Suche nach Bedeutung, Verbindung von Chaos, Ordnung und Offenheit von Schlingensiefs Kunst. Und das macht für Briegleb auch den Reiz dieses Buchs aus, das er wesentlich spannender findet als das, was eine "durchredigierte Künstlerbiografie" geliefert hätte.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2012

Mit viel Sympathie für den im Jahre 2010 verstorbenen Christoph Schlingensief bespricht Rezensent Peter Kümmel dieses nun unter dem Titel "Ich weiß, ich war's" erschienene, von Schlingensiefs Witwe Aino Laberenz herausgegebene Buch mit Texten und Tonbandabschriften aus dem Nachlass des Regisseurs und Künstlers. Insbesondere liest der Kritiker hier die Monologe, die Schlingensief während der Lesungen zu seinem Buch "So schön wie hier kann's im Himmel gar nicht sein" vor Publikum hielt und in denen er auf sein Lebenswerk zurückblickt, Kritik und Zweifel ebenso äußert wie Sehnsüchte und amüsante Anekdoten, die Kümmel ab und an erscheinen wie "Zeugnisse eines Außerirdischen", der staunend auf die Welt und sich selbst blickt. Nicht zuletzt bewundert der Rezensent den jugendlichen, "hellen" Ton, in dem dieses bemerkenswerte Buch geschrieben worden ist.

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