Max Herrmann-Neiße

Max Herrmann-Neiße: Kritiken und Essays

Band 2: 1921-1924
Cover: Max Herrmann-Neiße: Kritiken und Essays
Aisthesis Verlag, Bielefeld 2022
ISBN 9783849817640
Gebunden, 810 Seiten, 178,00 EUR

Klappentext

Drei Bände. Herausgegeben von Sibylle Schönborn und und Simone Zupfer unter Mitarbeit von Fabian Wilhelmi.  Max Herrmann-Neiße (1886-1941) war zwischen 1909 und 1939 ein zentraler Protagonist der sich rasant ausdifferenzierenden europäischen Moderne. Mit Alfred Kerr verstand er Kritik als eigenständige Kunstform und autonome Instanz innerhalb des literarischen Feldes. Als maßgeblicher Akteur in einem dichten Netzwerk von Kunst- und Kulturschaffenden beobachtete er die Entwicklungen der vielfältigen Avantgarden im politischen wie kulturellen Zentrum Berlin. Die Spannbreite seiner Kritikertätigkeit reichte in den drei ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts von der frühexpressionistischen Kritik um den Ersten Weltkrieg über das Engagement für eine Politisierung der Literatur in der Weimarer Republik bis zum Entwurf einer internationalen littérature engagée während der Erstarkung des Nationalsozialismus und dem Aufbau eines Exilnetzwerks in London. Daneben profiliert sich der Autor mit seinen Theater- und Kabarettkritiken als Beobachter performativer Künste, der nicht nur die Entwicklungen des zeitgenössischen Theaters umfassend dokumentiert, sondern auch eine erste Chronik der Massen- und Unterhaltungskultur im Berlin der 1920er Jahre liefert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.12.2022

Hymnisch bespricht Rezensentin Susanne Klingenstein diese von Sibylle Schönborn herausgegebene kritische Edition des journalistischen Werks von Max Hermann-Neiße. In den drei Bänden taucht die Rezensentin ein in knapp neunhundert Texte aus den Jahren 1909 bis 1939 und lässt sich mitreißen von dem sprachlichen Rausch des Literaturkritikers, der vom "expressionistischen Adjektivsperrfeuer" bis zur präzisen Analyse alles beherrschte. Während der Lektüre geradezu süchtig werdend nach Hermann-Neißes "spitzen Pointen", bestaunt Klingenstein zugleich dessen scharfen, auch weitsichtigen Blick für Diskriminierung und Brutalität. Nicht zuletzt lobt die Kritikerin die informativen Nachworte der HerausgeberInnen Beate Giblak, Simone Zupfer und Fabian Wilhelmi, die ihr intellektuelle Prinzipien, Politisierung und Radikalisierung von Hermanns Literaturverständnis erläutern.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.05.2022

Die verwachsene Gestalt des Dichters Max Hermann-Neiße dürfte vielen aus George Grosz' berühmten Porträt bekannt sein, nicht jedoch seine Essays und Kritiken, in denen er sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Kunst und Kultur widmete. Rezensent Jörg Magenau begrüßt daher sehr die ersten beiden der auf drei Bände angelgten Edition. Er begegnet in diesem ziegelsteinschweren Werk einem Kritiker von "bestürzender Bildung", ästhetischer Unbestechlichkeit und großem Gerechtigkeitssinn. Hermann-Neißes Urteil war scharf, aber souverän, versichert Magenau, der in diesem Texte auch auf viele fast vergessene Namen trifft wie auf einen alten Friedhof. Bedauerlich findet der Rezensent nur, dass er hierbei selten auf Frauennamen trifft.

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