Mit 144 Abbildungen. Ein Plan, geboren im 1. Weltkrieg, dessen Folgen bis heute wirken: Die Mobilisierung arabischer, persischer und afghanischer Muslime zum Heiligen Krieg. So wollte das Deutsche Reich seine Kriegsgegner schwächen und sie vom Nachschub aus ihren Kolonien abschneiden. Entwickelt wurde der "Dschihad-Plan", in dem der Terrorismus als Waffe eingesetzt wird, von einem der bedeutendsten Orientalisten der Zeit: Max von Oppenheim. Seine Denkschrift, die konkrete Handlungsanweisungen für den Waffenschmuggel, die Ausübung von Brandanschlägen und den Einsatz von Propaganda enthält, liest sich wie ein Handbuch des Terrors - der DSCHIHAD MADE IN GERMANE.
Eingeleitet wird das Buch vom Schriftsteller Steffen Kopetzky.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.07.2018
Nachdrücklich empfiehlt die hier rezensierende Islamwissenschaftlerin Ulrike Freitag diese Denkschrift von Max von Oppenheim, zeigt sie ihr doch noch mal eindringlich die westliche Indienstnahme des Islams. Die Kritikerin liest in dem Text des Diplomaten und Archäologen nicht nur interessiert nach, wie im Ersten Weltkrieg die Allianz Deutschlands mit dem Osmanischen Reich vorangetrieben wurde, sondern folgt auch Oppenheimers Plänen, die Muslime Indiens, Afghanistans und teilweise auch der von Frankreich kontrollierten nordafrikanischen Länder in seine Strategien mit einzubeziehen. Wenn Freitag erfährt, wie Muslime gegen französische, britische und russische Kolonialherren aufgehetzt wurden, um die deutschen Truppen zu entlasten, aber auch um sich in Folge an den Absatzgebieten und Bodenschätzen zu bereichern, erkennt sie zudem, dass es sich bei der Allianz lediglich um eine sehr einseitige Zweckgemeinschaft handelte. Die Einleitung des Schriftstellers Steffen Kopetzky erscheint der Kritikerin lehrreich, für Anmerkungsapparat und Nachwort hätte sie sich indes mehr Sorgfalt und den Rat von Fachleuten gewünscht.
Elmar Krekeler verweist auf die Spätfolgen der aberwitzigen, zum Glück gescheiterten Aktion Max Freiherr von Oppenheims, die Muslime im Ersten Weltkrieg gegen Briten und Franzosen aufzuwiegeln. Oppenheims Denkschrift von 1914, auf den Trümmern des Schlieffen-Plans erdacht, hält für den heutigen Leser allerdings auch Lehrreiches bereit, versichert Krekeler - als eine Art "Kochbuch" kommender Aufstände und Handbuch kulturellen Missbrauchs. Wie sich Trolle ins Leben rufen, Nachrichten verfälschen und Meinungen manipulieren lassen, kann man hier erfahren, so der Rezensent.
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