Max Bense hat im Laufe seines Lebens so verschiedenartige Themen wie Mathematik, Physik, Technik, Literatur, Malerei, Texttheorie und Ästhetik behandelt und selbst poetische Texte veröffentlicht. Schon in seinem ersten Buch "Raum und Ich" (1934) hat er die Philosophie mit der Mathematik, Semiotik und Ästhetik verbunden, die schließlich seine Arbeitsschwerpunkte bildeten. Die "Ausgewählten Schriften" können nur einige Facetten von Benses Werk präsentieren. Band 1 bietet Arbeiten zur Philosophie im allgemeinen, in denen Leibniz, Descartes, Hegel und Kierkegaard sowie seine kulturpolitische Polemik den Orientierungsrahmen abgeben. Band 2 enthält wichtige Schriften über die Philosophie der Mathematik, der Natur und der Technik. Band 3 macht Bücher über Ästhetik und Semiotik, die vor den rein ästhetischen und semiotischen Werken der 70er und 80er Jahre erschienen, wieder zugänglich. Band 4 vereinigt einige von Benses poetischen Texten. Jeder Band ist mit einer Einleitung (Elisabeth Walther, Elisabeth Emter, Helmut Kreuzer, Friederike Roth) und herausgeberischen Anmerkungen versehen. Man kann die Bände auch einzeln kaufen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 14.10.1999
Ludwig Harigs Rezension dieses Buches ist eher ein Porträt Max Benses als eine Buchbesprechung im engeren Sinne. Harig räumt dabei ein, Benses Beiträge zur Wissenschaftslehre, Philosophie der Mathematik und Theorie der Semiotik nicht beurteilen zu können, ruft aber in Erinnerung, welchen Einfluss Bense als Dichter und Ästhetiker (besonders in den fünfziger und sechziger Jahren) gehabt habe. Dabei hebt Harig besonders Benses Zahlenästhetik in der Poesie hervor. Die von Benses ehemaliger Assistentin edierten "Ausgewählten Schriften" bestätigen, so der Rezensent, durch ihre "poetisch formulierten Lebensweisheiten" Benses Bedeutung als Dichter.
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