Beethovens Wiener Mäzene und ein Hohenzollernprinz auf Kriegskurs gegen Napoleon. Prinz Louis Ferdinand von Preußen besucht im September 1804 die kaiserliche Residenz. Dabei trifft der Prinz, Komponist und exzellenter Pianist, mit Ludwig van Beethoven in der Tischgesellschaft bei einer bisher umrätselten "alten Gräfin" zusammen. Hier knüpft Louis Ferdinand, der ein preußisch-österreichisches Bündnis gegen Napoleon anstrebt, Verbindung zu den Hocharistokraten, die Beethoven protegieren und zur Kriegspartei zählen. Darin nehmen österreichische, polnische und russische Aristokratinnen eine Schlüsselstellung ein. Prinz Louis Ferdinand stirbt 1806 in der Schlacht den "Heldentod" und wird zum Mythos der preußischen Geschichte. In Wien lebt er in Aufführungen seiner Kammermusikwerke weiter. Die Darstellung verbindet Beethoven-Forschung mit Geschichte der internationalen Beziehungen. Sie beruht auf Quellen in europäischenArchiven und präsentiert neues Bildmaterial.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2025
Rezensent Jan Brachmann ist sichtlich dankbar für das Buch des Aachener Historikers Matthias Pape, der es unternimmt, Beethoven und seine Mäzene unter einem neuen Licht zu betrachten. Es geht dem Autor laut Brachmann darum, den wohltätigen Adel in seinem ganzen Interessensspektrum zu zeigen, das die Künste wie auch die Landwirtschaft und das Militärische einschloss, und zu erläutern, inwieweit Beethoven im Zentrum diplomatischer Verwicklungen und Anstrengungen europäischer Adelshäuser stand. Der Autor greift dazu auf bisher "kaum ausgewertetes" Material zurück, so Brachmann, den Papes Analysen überzeugen kann und der beim Lesen sogar Spannung verspürt, wenn Pape in das konspirative Spitzelwesen Europas um 1800 eintaucht. Wie Kunst und Krieg zusammengingen, kann der Autor eindrucksvoll vor dem Hintergrund Wiens zur Zeit Napoleons zeigen, freut sich Brachmann.
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