Martin Geck

Beethoven

Der Schöpfer und sein Universum
Cover: Beethoven
Siedler Verlag, München 2017
ISBN 9783827500861
Gebunden, 512 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Um 1800 ereignet sich nicht weniger als eine musikalische Revolution: Ludwig van Beethoven erschafft mit der Eroica, dem Fidelio oder der 9. Sinfonie die Welt ein zweites Mal. Martin Geck vermisst in seinem Werk das Universum dieses Jahrhundertgenies auf unkonventionelle Weise. In Porträts erschließt er die Vorbilder Beethovens, seine Zeitgenossen und Nachfahren: Welchen Einfluss hatten Shakespeare und Rousseau auf Ludwig van Beethoven, der keineswegs ein Wunderkind war? Welches Verhältnis pflegte er zu seinen Zeitgenossen wie Goethe, Napoleon und Schubert? Und wie wichtig war Beethoven seinerseits für Richard Wagner, Glenn Gould oder Aldous Huxley?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2017

Es ist ja schon erstaunlich, dass Musik, die doch bei aller Konstruktion mit Emotionen hantiert, zumindest bei Beehoven , ein Medium der Aufklärung ist - auch über ihr notwendiges Scheitern. Rezensent Johan Schloemann lernt es mit dem Beethoven-Biografen Martin Geck an Beethovens Achter, die nicht eine Apotheose des Witzes sei, sondern ironische, wenn auch handfeste Dekonstruktion des eigenen früheren Überschwangs. Schloemann ist merklich mitgerissen von Gecks Biografie, die sich vom Formalismus des musikwissenschaftlichen Übervaters Carl Dahlhaus löse, ohne in platten Biografismus zu verfallen. Form und Gehalt lassen sich für Schloemann nicht trennen und in perfekter Analyse sezieren: Sie spielen - bei Geck offenbar unideologisch - ineinander: Somit ist diese Biografie selbst ein Spätwerk, so Schloemann, im Sinne einer höheren Gelassenheit.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2017

Rezensent Jan Brachmann findet sowohl Befremdliches als auch Erhellendes über Beethoven in Martin Gecks Buch. Den Ansatz des Autors, einerseits Beethovens Größe zu verteidigen, andererseits auch andere Götter neben ihm zuzulassen, findet Brachmann lobenswert. Eigene Hörerfahrungen, Erlebnisse und Schocks mit Beethoven kann ihm der Autor nachvollziehbar vermitteln. Dass der Autor hier keiner "Konsequenzlogik" folgt, sondern munter durch das Universum Beethoven hindurch- und zu benachbarten Sternen (Rousseau, Napoleon, Thomas Mann, Lydia Goehr, Deleuze) hinwandert, findet der Rezensent sympathisch. Am besten findet er das Buch jedoch, wenn der Autor konkret wird und etwa am Beispiel der Fünften erläutert, wie der Komponist Napoleonische Gesten der Macht in die Musik übernimmt. Befremdlich erscheint ihm hingegen, wenn Geck das Narrative in der Klaviersonate quasi zur ureigenen Erfindung Beethovens stilisiert. Damit widerspricht sich der Autor gewissermaßen selbst, meint er.
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